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NEWS

WAS ZÄHLT – IM BLICK.

15. Januar 2026

Trump beruhigt die Lage, Tötungen im Iran hören auf

Fast könnte man ein Schleudertrauma bekommen, so schnell hat Donald Trump seine Haltung gegenüber den Protesten im Iran geändert. Zuletzt hatte er den Demonstranten noch Hilfe zugesichert und dem iranischen Regime mit einer Militärintervention gedroht, sollte es weiter gegen die Protestierenden vorgehen. Doch gestern dann die Kehrtwende, das Töten im Iran habe aufgehört und geplante Hinrichtungen gebe es auch keine.
Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören, sagte der Präsident gestern im Weissen Haus. Sie hören auf, und es gibt keinen Plan für Hinrichtungen oder eine Hinrichtung. Auf Nachfrage führte er aus, dass er die Informationen von sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite erhalten habe. Konkreter wurde er dabei nicht.
Im Vorfeld hatte es offenbar Warnungen von Experten und Diplomaten aus der Nahostregion gegeben, dass eine militärische Intervention kontraproduktiv sein könnte. Sie würde die Proteste beenden und gleichzeitig ein verstärktes Vorgehen gegen die Teilnehmer auslösen. Zudem wären zahlreiche Vergeltungsangriffe des Iran auf US Stützpunkte in der Region zu befürchten. Am Ölmarkt interpretiert man Trumps Kommentare deshalb dahingehend, dass er eine militärische Eskalation offenbar doch vermeiden will und preist einen Teil der Risikoprämie wieder aus. Die Kurse an ICE und NYMEX kommen damit heute wieder unter Druck.

Die Ölpreise scheinen ihre Preisrally nach sechs Tagen heute beendet zu haben und geben ein gutes Stück nach. Auslöser waren Kommentare des US Präsidenten Donald Trump zum Iran. Brent und WTI hatten am Mittwoch noch um mehr als ein Prozent zugelegt, gaben jedoch den Grossteil der Gewinne wieder ab, nachdem Trumps Äusserungen die Sorge vor einem US Angriff auf den Iran verringerten.
Der US Präsident erklärte gestern, ihm sei zugesichert worden, dass der Iran die Tötung von Demonstrierenden einstellen werde. Dies senkt die Wahrscheinlichkeit einer unmittelbaren militärischen Reaktion der USA und damit auch das Risiko von Unterbrechungen der iranischen Ölproduktion und einer Sperrung der wichtigen Strasse von Hormus.
Die Lage im Iran bleibt jedoch auch weiterhin angespannt. So schlossen die Behörden vorübergehend den Luftraum über Teheran, während die USA Teile ihres Personals in Katar und an anderen amerikanischen Militärstützpunkten in der Region verlegten.
Die geopolitisch bedingte Stärke bei Brent dürfte anhalten, ein Test bis auf 75 US-Dollar ist durchaus möglich, glaubt deshalb Robert Rennie von Westpac Banking Corp. Auf die Rallye könnte jedoch ein Einbruch folgen, sollte es tatsächlich eine Entwarnung gegeben oder das Regime im Iran nachhaltig ins Wanken geraten ähnlich der Marktbewegung während des Iran Israel Konflikts im Juni, so der Experte.
Auf bearisher Seite wirken heute zudem noch die DOE-Daten, die gestern deutlich höhere Bestände meldeten, als erwartet. Und auch die Entspannung zwischen den USA und Venezuela drückt nach wie vor auf die Preise, zumal die unterbrochene Ölförderung genauso wieder anläuft wie die Exporte des OPEC-Mitglieds (13.01.2026 Venezuelas Ölexporte und produktion wieder online.
Trump erklärte zudem, er habe am Mittwoch ein sehr gutes Gespräch mit der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodriguez geführt, bei dem es auch um Öl gegangen sei. Separat sagte der US-Präsident gegenüber Journalisten, er halte es für besser, wenn Venezuela in der OPEC bleibe, sei jedoch unsicher, ob dies auch für die USA vorteilhaft wäre. Gespräche darüber habe Washington mit Caracas nicht geführt.
Unterdessen teilte die OPEC selbst am Mittwoch in ihrem aktuellen Monatsreport mit, die Ölnachfrage werde 2027 voraussichtlich in ähnlichem Tempo wachsen wie in diesem Jahr. Zudem veröffentlichte sie Daten, die für 2026 auf ein nahezu ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage hindeuten im Gegensatz zu anderen Prognosen, die von einem deutlichen Überangebot ausgehen. Damit bleibt die OPEC ihrer Linie treu und rechtfertigt gleichzeitig weitere geplante Produktionssteigerungen ab dem Frühjahr.

14. Januar 2026

API: Starke Bestandsaufbauten in allen Kategorien

Erneut widersprechen die Daten des American Petroleum Institute (API) den Erwartungen zu den US-Ölbeständen für die Woche vom 9. Januar. Vor allem bei den Rohölbeständen tut sich hier einmal mehr ein deutlicher Unterschied auf, denn während Expertenschätzungen im Vorfeld einen Abbau von -1,4 Mio. Barrel ergeben haben, rechnet das API mit einem deutlichen Aufbau von +5,3 Mio. Barrel.
Dieser Bestandszuwachs bei Rohöl wäre, wenn ihn das DOE am Nachmittag bestätigen sollte, gleichzeitig auch der stärkste Aufbau seit etwa 2 Monaten. Und er ist nicht der einzige bearishe Faktor im Zahlenwerk des API Berichtes, denn auch die Produktbestände wurden hier deutlich höher geschätzt als im Vorfeld erwartet. So sollen die Destillate um +4,3 Mio. Barrel, die Benzinvorräte sogar um +8,2 Mio. Barrel gestiegen sein.
Wie üblich liefert der Wochenbericht des API erst einmal eine Art Stimmungsbild, bevor am Mittwochnachmittag die offiziellen Bestandsdaten des amerikanischen Energieministeriums (DOE) erscheinen. Sie sind belastbarer, da detaillierter und umfangreicher, und weichen nicht selten von den API-Daten ab. Sollten sie heute jedoch die starken Aufbauten in den drei wichtigsten Kategorien bestätigen, wäre dies ein klar bearishes Signal für den Ölmarkt.

Nachdem ein US Angriff auf den Iran bisher ausblieb, legen die Notierungen an ICE und NYMEX heute eine kleine Verschnaufpause ein und geben nach vier Tagen mit deutlichen Gewinnen leicht nach. Für Abwärtsdruck sorgen dabei auch die API Bestandsdaten und der klar bearishe EIA Monatsbericht von gestern.
Während erstere einen deutlich grösseren Zuwachs in allen Kategorien auswiesen als erwartet, hat die EIA ihre Angebotsprognosen für das laufende Jahr sogar noch einmal verschärft und rechnet aktuell mit einem Überangebot von +2,83 Mio. B/T. Im Bericht vom letzten Monat waren es nur 2,26 Mio. B/T gewesen. Auch für 2027 rechnet die EIA mit einem deutlichen Angebotsüberschuss von +2,09 Mio. B/T.
Die Entwicklungen im Iran bleiben kurzfristig dennoch das Hauptthema und verhindern bisher deutliche Abwärtskorrekturen. Nach wie vor ist der Fokus der Anleger auf die Unruhen im Land und die von Donald Trump angedrohte Militärintervention gerichtet, die die iranische Ölförderung von etwa 3,3 Mio. B/T gefährden könnte.
Die Proteste im Iran könnten zu einem kurzfristigen Anstieg der globalen Ölpreise führen, und zwar sowohl durch kurzfristige Versorgungsausfälle als auch vor allem durch steigende geopolitische Risikoprämien kommentiert die Citi Bank und hebt ihre Preisprognosen für Brent in den kommenden drei Monaten auf 70 Dollar. Bislang hätten sich die Proteste aber nicht auf die wichtigsten iranischen Fördergebiete ausgeweitet, was die Auswirkungen auf das tatsächliche Angebot begrenzt habe, hiess es.
Die aktuellen Risiken sind eher politischer und logistischer Natur als direkte Produktionsausfälle, sodass die Effekte auf die iranische Rohölversorgung und die Exportströme bislang begrenzt bleiben, so die Analysten bei der Citi. Unterdessen sagte US Energieminister Chris Wright dem Sender Fox News, die USA würden gerne ein kommerzieller Partner für iranisches Rohöl sein, sollte das Regime fallen.
Die Ölpreise legen zu Beginn des neuen Jahres weiter zu, nachdem nicht nur die Eskalation im Iran, sondern auch die Lage in Venezuela wieder einen Risikoaufschlag zurück an den Markt gebracht haben. Zuvor hatten Erwartungen eines Überangebots fünf Monate in Folge zu Preisrückgängen geführt. Die jüngste bullishe Rally kommt somit recht überraschend für einen Markt, der bisher fest in der Hand der Bären gewesen war.
Der Markt steckt weiterhin zwischen der Realität eines anhaltenden Überangebots und der Eskalation geopolitischer Risiken fest, meint Analyst Zhou Mi von Chaos Ternary Futures. Kurzfristig könnten Entwicklungen im Iran erneut starke Preisschwankungen auslösen, und jede militärische Aktion der USA würde die Ölpreise wahrscheinlich nach oben treiben.
Heute Nachmittag könnten allerdings auch von anderer Seite neue Richtungsimpulse kommen, denn nicht nur stehen nach dem gestrigen API Bestandsbericht heute noch die DOE-Daten ins Haus, auch die OPEC folgt heute der EIA mit ihrem Monatsbericht. Traditionell dürfte die Einschätzung der Organisation erdölproduzierender Länder zur Angebotslage weniger bearish ausfallen, doch in den letzten Monaten hatte auch die OPEC ihre überwiegend bullishe Haltung zur Nachfrageentwicklung und den Produktionsprognosen immer wieder anpassen müssen.

13. Januar 2026

Trump verkündet 25 % Strafzölle für Irans Handelspartner

Die USA werden Importwaren von Ländern, die Geschäfte mit dem Iran betreiben, mit einem Strafzoll in Höhe von 25 % belegen. Dies teilte US-Präsident Donald Trump am gestrigen Montag in einem Post auf seiner Plattform Truth Social mit. Die Strafzölle würden unverzüglich in Kraft treten, so Trump weiter.
Jedes Land, das mit der Islamischen Republik Iran Geschäfte macht, muss einen Zoll von 25 % auf alle Geschäfte zahlen, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika gemacht werden. Diese Anordnung ist endgültig und unanfechtbar, schrieb der US Präsident, der Details zur Umsetzung jedoch zunnächst ebenso schuldig blieb, wie zum Umfang der Massnahme.
Mit den angekündigten Strafzöllen könnte Trump vor allem China vor den Kopf stossen, das Marktbeobachtern zufolge der Bestimmungsort von etwa 90 % der iranischen Ölexporte ist. Ob die Massnahme den Handelskrieg zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften (und Ölverbrauchern) wieder entfachen wird bleibt abzuwarten. Sollte es jedoch dazu kommen, würde dies die Sorgen hinsichtlich der Entwicklung der Ölnachfrage wieder steigen lassen.
Am heutigen Dienstag will Trump mit Vertreterinnen und Vertretern der US-Regierung noch einmal über mögliche Massnahmen gegen den Iran sprechen. Ob dabei auch ein Militärschlag gegen die Islamische Republik beschlossen wird, ist ungewiss. Nachdem Teheran zuletzt jedoch angegeben hatte, die Proteste im Iran mittlerweile eingedämmt zu haben und Medienberichten zufolge das Gespräch mit Washington suchte, könnte ein militärisches Vorgehen der USA erst einmal hintan gestellt werden, zumal es das beträchtliche Risiko bergen würde, dass es in der Region zu einem Flächenbrand führen könnte.

Die Befürchtung, die USA könnten mit Luftangriffen auf Ziele im Iran in die jüngsten Entwicklungen in der Islamischen Republik eingreifen und damit auch mögliche Ausfälle des iransischen Ölangebots verursachen, hatte der Aussicht auf den Verkauf umfangreicher Mengen an venezolanischem Rohöl durch die USA zuletzt entgegengewirkt. Die Rohölpreise an ICE und NYMEX konnten daher wieder zulegen und starten im Bereich der Vortageshochs.
Die Unruhen im Iran haben unserer Ansicht nach die geopolitische Risikoprämie für Öl um etwa 3-4 Dollar pro Barrel erhöht, heisst es zur jüngsten Preisentwicklung in einer Mitteilung der Barclays Bank. Hauptgrund für die Risikoprämie ist die ​​​Möglichkeit eines Militärschlags der USA auf iranische Ziele, mit welcher US-Präsident Trump der iranischen Führung gedroht hatte, nachdem diese versuchte, die Proteste mit Gewalt einzudämmen.
Statt eines Militärschlags kündigte Trump am gestrigen Montag nun jedoch erst einmal Strafzölle in Höhe von 25 % für Importe aus Ländern an, die Geschäfte mit dem Iran machen. Auch dies dürfte laut Analystin Charu Chanana von Saxo Markets zur geopolitischen Risikoprämie beitragen, die Trader derzeit auf die Rohölpreise aufschlagen. Die nachhaltige Entwicklung [der Preise, Anm. d. Red.] wird jedoch davon abhängen, ob diese Rhetorik in eine durchsetzbare Politik mündet und ob sie messbare Angebotsengpässe oder umfassendere Handelsvergeltungsmassnahmen auslöst, die das Nachfragewachstum dämpfen.
Zu derlei Vergeltungsmassnahmen könnte vor allem China greifen, das den Grossteil der iranischen Ölexporte abnimmt, da dieses aufgrund der westlichen Sanktionen günstig angeboten wird. Zwischen der Trump Regierung und Peking gibt es bis heute kein umfassendes Handelsabkommen, allerdings gilt derzeit noch eine Art Waffenstillstand, im Rahmen dessen die umfangreichen Strafzölle, die Trump im Frühjahr 2025 verhängt hatte, sowie die Vergeltungszölle Chinas überwiegend ausgesetzt sind. Ein erneuter Handelskrieg könnte die Wirtschaft und die Ölnachfrage der beiden Volkswirtschaften massgeblich beeinträchtigen. Aber auch Indien hätte mit den Strafzöllen gegen iranische Handelspartner ein Problem, denn das Land muss bereits wegen seiner fortwährenden Käufe an russischem Öl höhere Zölle für seine Exporte in die USA hinnehmen.
Aus Angebotssicht kamen zuletzt auch mit der Aussicht auf weitere Sanktionen der USA und der EU gegen Russland ein Faktor hinzu, der die Preise an den Ölbörsen stützt. Diese könnten die Ölproduktion des OPEC+-Produzenten weiter sinken lassen. Wie die EIA die Entwicklung der Rohölproduktion der OPEC und ihrer Partner für Dezember einschätzt, wird sich heute Abend zeigen, wenn die Statistiker des US-Energieministeriums ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlichen. Der Bericht wird wie immer auch die aktuellen Preisprognosen der EIA beinhalten, wobei die Frage ist, ob die Möglichkeit von Ausfällen des iranischen Ölangebots dabei berücksichtigt wurde. Die OPEC gibt ihren aktuellen Monatsbericht am Mittwochnachmittag heraus, wohingegen die IEA erst kommende Woche mit ihrem Monatsreport aufwartet.

12. Januar 2026

Trump: Iran will verhandeln - USA müssen aber vielleicht schon vorher eingreifen

Nachdem US-Präsident Trump dem Iran bereits mehrmals damit gedroht hatte, gegen das Mullah Regime vorzugehen, sollte es weiterhin versuchen, die derzeitigen Proteste mit Gewalt niederzuschlagen, will Teheran offenbar verhandeln. Dies gab Trump auf seinem Rückflug nach Washington, D.C., am gestrigen Sonntag gegenüber Journalisten an.
Dem US-Präsidenten zufolge hätte sich die iranische Führung am Samstag an die Vereinigten Staaten gewendet und Verhandlungen vorgeschlagen. Ein Treffen wird gerade anberaumt, so Trump, der jedoch hinterher schickte: Angesichts der aktuellen Ereignisse müssen wir aber möglicherweise schon vor dem Treffen handeln.
Derzeit prüfe man laut Trump noch einige sehr starke Optionen" für ein Eingreifen in die Entwicklungen im Iran. Wir nehmen die Situation sehr ernst. Das Wall Street Journal berichtete zuletzt, der US-Präsident werde am Dienstag mit hochrangigen Vertretern seiner Regierung zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Noch am Samstag hatte der Präsident des iranischen Parlaments, Mohammad Baqer Qalibaf, damit gedroht, dass ein militärisches Eingreifen der USA in die Angelegenheiten Irans US-Militäranlagen in der Region und auch Israel zu legitimen Zielen für iranische Angriffe machen würde.

Der Fokus der Marktteilnehmer rückte zuletzt von Venezuela zunehmend auf den Iran, wo das gewaltsame Vorgehen der Regierung gegen Proteste der Bevölkerung ein militärisches Eingreifen der USA zur Folge haben könnte. Die Preise für Brent und WTI an den Ölbörsen legten in der vergangenen Woche vor diesem Hintergrund so stark zu wie seit Mitte Oktober nicht mehr.
Schließlich könnte ein Militärschlag gegen den Iran Ölexporte von insgesamt fast 2 Mio. B/T in Gefahr bringen. Nach Meinung des Analysten Saul Kavonic von MST Marquee unterschätzt der Markt derzeit auch noch das Risiko von Beeinträchtigungen der Ölexporte, die über die Meerenge von Hormus abgewickelt werden. Bereits bei vergangenen Konflikten hatte der Iran immer wieder damit gedroht, die Straße von Hormus, über die täglich rund 20 Mio. Barrel Öl auf den Weltmarkt exportiert werden, zu blockieren. Bislang griff Teheran allerdings noch nie zu dieser Massnahme.
Die Analysten der ANZ Bank weisen davon abgesehen darauf hin, dass "auch Arbeiter der Ölindustrie zum Streik aufgerufen“ seien, sodass selbst ohne Militärschlag der USA abzuwarten bleibt, wie stark die Ölproduktion Irans durch die Proteste in Mitleidenschaft gezogen wird.
Unterdessen will das Handelshaus Trafigura die erste Verladung von venezolanischem Rohöl für den Export in die USA in der kommenden Woche vornehmen. Während die bis zu 50 Millionen Barrel an Rohöl aus dem OPEC-Staat, die die USA in naher Zukunft auf den Markt bringen will, das Aufwärtspotenzial der Ölpreise begrenzen dürften, traf die Aufforderung des US-Präsidenten zu Investitionen in Venezuelas Ölindustrie auf gemischte Reaktionen.
Nachdem beispielsweise der Vorstandsvorsitzende von ExxonMobil bei den Gesprächen im Weißen Haus am Freitag sagte, man könne bei der aktuellen Lage praktisch nicht in Venezuela investieren, gab US-Präsident Trump am Sonntag an, er werde ExxonMobil möglicherweise für Investitionen sperren. Mir hat Exxons Reaktion nicht gefallen, so Trump am Sonntag gegenüber Reportern. Ich werde Exxon wohl eher aussen vor lassen. Mir hat ihre Reaktion nicht gefallen. Sie spielen ein zu raffiniertes Spiel.
Davon abgesehen dürfte der erneute Drohnenangriff der Ukraine auf die russischen Ölanlagen im Kaspischen Meer vom Wochenende den Ölfutures zum Wochenbeginn leichten Auftrieb geben, wenngleich noch unklar ist, wie stark die Anlagen dabei beschädigt wurden. Abzuwarten bleibt auch, ob die USA tatsächlich bald weitere Sanktionen gegen Russland umsetzen werden. Trump hatte der Möglichkeit weiterer Sanktionen vergangene Woche grünes Licht gegeben.

9. Januar 2026

Proteste im Iran Donald Trump wiederholt Angriffsdrohung

Die schon über eine Woche andauernden landesweiten Proteste und Demonstrationen im Iran erreichten gestern einen Höhepunkt. In fast allen grossen Städten drängten die Menschen auf die Strasse und protestierten gegen das Mullah Regime. Die Behörden schalteten unterdessen den weltweiten Internetzugang für die Bevölkerung ab.
US Präsident Trump zeigte sich solidarisch mit den Protestierenden und lobte die Iraner im Rahmen eines Podcasts als „mutige Menschen. Dabei wiederholte er auch seine Drohungen in Richtung Teheran und sagte: Ich habe ihnen mitgeteilt, dass wir sie hart bestrafen werden, falls sie anfangen, Menschen zu töten, was sie während ihrer Unruhen, die ja häufig vorkommen, gerne tun.
An den Ölbörsen quittierten die Anleger diese Aussage mit steigenden Preisen, da sie eine höhere Risikoprämie einpreisten. Sollten die Unruhen im Iran sich ausdehnen und tatsächlich eine Einmischung der USA zur Folge haben, währen auch wieder längerfristige Exportausfälle oder Störungen der internationalen Ölflüsse zu befürchten.

An ICE und NYMEX bleiben die Preise zum Ende der Woche gestützt, nachdem die gestrige Tagesrally den Kursen ein Wochenplus bescheren dürfte. Marktthema bleibt weiterhin die Entwicklung in Venezuela, die Anleger blicken zusätzlich aber auch auf den Iran, wo sich die politische Lage zuspitzt.
Donald Trump hat deshalb seine Drohungen gegen den Iran bekräftigt, hart durchgreifen zu wollen, sollte das Regime während der anhaltenden Unruhen Demonstranten töten. Zugleich sagte Trump dem Sender Fox News, er unterstütze ein parteiübergreifendes Sanktionsgesetz gegen Russland, über das der Kongress bereits in der kommenden Woche abstimmen könnte. Die Maßnahme zielt darauf ab, Käufer russischen Öls zu belangen, darunter vor allem China und Indien (08.01.2026 Grünes Licht für neue Russlandsanktionen - Ölfutures klettern).
Engpässe beim Fluss sanktionierter Barrel und stabile Nachfragesignale scheinen zumindest vorläufig dem Hintergrund eines Überangebots im Jahr 2026 entgegenzuwirken, kommentiert Priyanka Sachdeva von Phillip Nova. Die Eskalation der geopolitischen Spannungen verstärkt die aktuelle Dynamik der Ölpreise“, so die Expertin.
Verschwunden ist das erwartete Überangebot damit aber keineswegs. Nach wie vor sieht sich der Markt in den kommenden Monaten mit einer regelrechten Ölschwemme konfrontiert. „Rohöl befindet sich weiterhin in einem komplexen Spannungsfeld zwischen erhöhten geopolitischen Risiken und steigenden Lagerbeständen, erläutert Robert Rennie von der Westpac. Höhere Fördermengen aus Venezuela und ein steigender Ausstoss andernorts könnten laut dem Analysten dazu führen, dass sich die Preise im ersten Quartal im Bereich von 50 Dollar bewegen.
Zum Ausklang der Woche versuchen die Anleger weiterhin, die kurz, mittel und langfristigen Auswirkungen der Entwicklungen in Venezuela zu bewerten. Zuletzt forderte Trump, dass Venezuela den USA uneingeschränkten Zugang zu seinem Ölsektor gewährt nur wenige Tage nachdem Maduro am Samstag festgenommen worden war. US Beamte erklärten, Washington werde die Ölverkäufe und erlöse des Landes auf unbestimmte Zeit kontrollieren.
Rund 20 Führungskräfte aus der Ölbranche, darunter Vertreter von Exxon Mobil und Chevron, wollen sich am Freitag mit Trump und Spitzenbeamten im Weissen Haus treffen, um über den Wiederaufbau des Energiesektors in Venezuela zu sprechen. Dabei soll ein Streitpunkt auch die Vermarktung von bis zu 50 Mio. Barrel Öl sein, die die staatliche Ölgesellschaft PDVSA aufgrund der Sanktionen und der Tankerblockade in ihren Lagern angesammelt hat.

8. Januar 2026

Trump sieht Rückgang des Ölpreises auf 50 Dollar bei seiner Venezuela-Strategie

US Präsident Trump geht einem Bericht des Wall Street Journal davon aus, dass der Ölpreis auf 50 Dollar sinken könnte. Allerdings ist es dafür seiner Ansicht nach offenbar notwendig, dass die USA über die nächsten Jahre hinweg die Kontrolle über den venezolanischen Ölsektor übernimmt.
Im Rahmen seiner Venezuela-Strategie zieht Washington wohl unter anderem in Erwägung, in die Geschäfte des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA einzugreifen. US Vizepräsident JD Vance sagte diesbezüglich in der auf dem Sender Fox ausgestrahlten Sendung Jesse Watters Primetime: Wir kontrollieren die Energieressourcen Venezuelas, Anm. d. Red. und sagen dem Regime: ‚Ihr dürft das Öl verkaufen, solange ihr den nationalen Interessen Amerikas dient; ihr dürft es nicht verkaufen, wenn ihr den nationalen Interessen Amerikas nicht dienen könnt.
Der Energieminister der USA, Chris Wright, gab am gestrigen Mittwoch im Rahmen einer Konferenz in Miami (Florida) an, die Einnahmen aus den Verkäufen des venezolanischen Öls würden zunächst zur Stabilisierung der Wirtschaft des OPEC Staats genutzt, bevor sie auch dazu dienen würden, Ölunternehmen wie Exxon Mobil und ConocoPhillips für die Verluste zu entschädigen, die zu Zeiten von Maduro-Vorgänger Hugo Chavez entstanden waren. Dieser hatte die Vermögenswerte der Ölkozerne in Venezuela zu Staatseigentum erklärt. Laut Wright soll zunächst Öl aus den Beständen Venezuelas veräußert werden, bevor dann auf unbestimmte Zeit neu gefördertes Öl verkauft werden soll.

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX gaben am gestrigen Mittwoch nach, was daran lag, dass die Erwartungen eines Überangebots für das laufende Jahr weiterhin bestehen bleiben. Das Hauptaugenmerk lag auch zur Wochenmitte weiterhin auf Venezuela, sodass der stärker als erwartete und als vom API gemeldete Rückgang der landesweiten US Rohölbestände nicht zum Tragen kam, zumal die Destillat und Produktvorräte der USA massive Aufbauten gezeigt haben.
Die Umleitung und Neuverteilung der venezolanischen Ölströme dürfte mittelfristig ein zentrales Thema sein, sagte Vandana Hari, Gründerin des in Singapur ansässigen Marktforschungsunternehmens Vanda Insights, gegenüber dem Fernsehsender Bloomberg Television. Einer der am stärksten Betroffenen wird China sein, so die Expertin weiter. China war zuletzt einer der wichtigsten Abnehmer für venezolanisches Rohöl und hat sich dementsprechend bereits über das Vorgehen der USA echauffiert, zumal Washington Caracas nun auch noch dazu aufgerufen haben soll, seine Verbindungen mit Konkurrenten der USA zu lösen.
Längerfristig bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen in Venezuela auf die Versorgungslage auswirken werden. Zwar geht US Präsident Trump Medienberichten zufolge davon aus, dass der Ölpreis durch eine Verbesserung der Ölinfrastruktur des OPEC Staats auf 50 Dollar pro Barrel sinken könnte, dafür müsste es allerdings auch erst einmal zu einer solchen Verbesserung kommen.

Die Frage ist auch, wie die OPEC und ihre Partner auf einen potenziellen Anstieg der venezolanischen Ölproduktion reagieren würden. Die Allianz hat die Rückführung der freiwilligen Produktionskürzungen einiger OPEC+-Länder für das erste Quartal erst einmal ausgesetzt und dabei auf die saisonal schwächere Nachfrage verwiesen. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss. Je nachdem, wie schnell sich die Ölproduktion bzw. Ölindustrie Venezuelas von der jahrelangen Misswirtschaft erholt, die nicht erst unter Präsident Maduro begann, könnte auch die OPEC+ wieder in Zugzwang geraten.
Unterdessen wartet der Markt aktuell auch auf die nächste offizielle US Arbeitsmarktstatistik, die am morgigen Freitag fällig ist. Der Bericht des Instituts ADP blieb gestern hinter den Erwartungen für Dezember zurück und auch der Bericht zu den offenen Stellen in den USA (JOLTs) im November enttäuschte gestern. Dies weckt einerseits Nachfragesorgen, andererseits aber auch die Hoffnung auf eine weitere Zinssenkung bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed.

7. Januar 2026

USA drängen auf Kontrolle der venezolanischen Ölindustrie

Washington greift offenbar verstärkt nach der Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie. Nach dem Post Donald Trumps heute Nacht, meldet der US Sender ABC nun, dass Interimspräsidentin Delcy Rodriguez darüber informiert wurde, in Zukunft ausschliesslich mit US Unternehmen bei der Ölproduktion kooperieren zu können und den USA beim Verkauf von Schweröl Vorrang einräumen solle.
Parallel dazu fordert Washington laut ABC eine deutliche Reduzierung der venezolanischen Beziehungen zu China, Russland, Iran und Kuba. Nach Angaben aus informierten Kreisen solle Caracas wirtschaftliche Verbindungen zu diesen Staaten kappen und deren Einfluss aus dem Energiesektor zurückdrängen. China war zuletzt der Hauptabnehmer für Öl aus Venezuela gewesen, so dass ein Ende der Handelsbeziehungen eine grundlegende Neuausrichtung der Öl und Energiepolitik des Landes bedeuten würde.
Zwar betont Washington, keine militärische Kontrolle über Venezuela anzustreben, Präsident Trump machte jedoch wiederholt deutlich, dass er eine führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft des Landes übernehmen wolle finanziert vor allem durch Öleinnahmen. In der kommenden Woche will die US Regierung deshalb offenbar Gespräche mit amerikanischen Ölunternehmen über Investitionen in Venezuela führen.

Die Entwicklungen in Venezuela bleiben auch heute das Thema Nr.1 am Ölmarkt. Allerdings haben sich die Vorzeichen geändert, denn inzwischen wird immer klarer, worum es Washington in dem Südamerikanischen Land wirklich geht nämlich um die Kontrolle über die Ölindustrie. So sorgte Donald Trumps jüngster Post, wonach Caracas den USA bis zu 50 Mio. Barrel Öl überlasse, für neuerlichen Preisdruck.
Denn klar ist: Die aktuellen Ausfälle der venezolanischen Ölförderung und exporte durch die US-Tankerblockade werden durch das prognostizierte Überangebot in diesem Jahr mehr als ausgeglichen. Gleichzeitig signalisiert Trump mit seinen Aussagen, dass er das Ölangebot lieber erhöhen als begrenzen möchte, kommentiert Tina Teng von der ANZ. Dies verstärke die Angst vor einer Überversorgung auf dem Weltmarkt noch, so die Expertin.

Schon 2025 hatten die Ölpreise im Angesicht der steigenden globalen Ölförderung bei eher schwacher Nachfrage rund 20% Verlust gemacht und damit den stärksten Jahreseinbruch seit dem Pandemiejahr 2020 hinnehmen müssen. Insgesamt bleibt der Ausblick weiterhin pessimistisch, was auf weiteres Abwärtspotenzial hindeutet, glaubt Warren Patterson von der ING. Die US Massnahme verringere das Risiko von Produktionsausfällen aufgrund von Lagerknappheit und reduziere damit die Gefahr von Versorgungsengpässen.
Inmitten der Verwerfungen um Venezuela sind andere Krisenherde zuletzt in den Hintergrund getreten. So gab es gestern weitere Fortschritte im Ukraine Friedensprozess, denn bei einem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen, bestehend aus der Ukraine und ihren Verbündeten, verständigte man sich auf Sicherheitsgarantien für Kiew.
Ein Friedensabkommen könnte den Weg frei machen für eine Aufhebung oder Lockerung der Sanktionen gegen Russlands Rohölexporte und damit den ohnehin schon überversorgten Markt weiter belasten. Allerdings bleibt der Weg bis dahin noch weit und Experten sind sich uneinig darüber, wie stark ein Friede in der Ukraine sich tatsächlich auf die Ölflüsse aus Russland auswirken würde. So ist etwa anzunehmen, dass die meisten europäischen Länder ihr Embargo nicht zu schnell aufgeben werden, selbst wenn der Krieg in der Ukraine beendet wäre.
Heute Nachmittag könnten kurzfristig noch die DOE-Bestandsdaten aus den USA für Richtungsimpulse an den Ölbörsen sorgen. Wie stark die Durchschlagskraft inmitten der Nachrichtenflut aus Venezuela allerdings ist, bleibt abzuwarten.

6. Januar 2026

Venezuela: Weitere Ölquellen müssen abgeschaltet werden

Der Druck auf die venezolanische Ölindustrie bleibt vorerst hoch, da die USA ihre Blockade gegen Ölexporte weiter aufrechterhalten. Nun wurde bekannt, dass auf Grund mangelnder Lagerkapazitäten weitere Förderanlagen abge-schaltet werden mussten. Die PDVSA hat die Petrolera Sinovensa, ein Joint Venture mit der CNPC (China National Petroleum Corporation) aufgefordert einige Ölfelder stillzulegen. Im Zuge dessen hat die Petrolera Sinovensa offen-bar 10 Ölquellen abgeschaltet.
Die Chevron produziert unterdessen weiterhin Rohöl, da man offenbar noch einige freie Lagerkapazitäten besitzt. Zudem hat das Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung und darf weiterhin Rohöl in die USA exportieren. Andere Ölproduzenten, die diesen Vorteil nicht besitzen, versuchen unterdessen weiterhin Öltanker an der US Blockade vorbeizuschleusen.
TankerTrackers.com gibt an, dass in den letzten Tagen wohl mindestens ein Duzend Öltanker Venezuela verlassen und dabei ihre Transponder deaktiviert hätten. Selbst wenn dies erfolgreich ist, zeigt der Umstand, dass die Förder-unternehmen ihre Produktion drosseln, dass diese Vorgehensweise keine wirkliche Lösung für venezolanische Öl-exporte ist.

Die Welt schaut gespannt auf die Entwicklungen in Venezuela und der Ölmarkt auf die für ihn relevanten Auswir-kungen. Doch kurzfristig wird sich wohl nicht viel ändern, nachdem die USA die Blockade gegen Ölexporte auf-rechterhalten.
Das Ölangebot aus Venezuela wird kurzfristig bis zum Ende der Blockade wohl nicht signifikant steigen. Grössere Produktionsanhebungen werden ebenfalls kritisch gesehen, da dies enorme Investitionen benötigen würde und diese erst mit Jahren Verzögerung wirken. Mittelfristig sehen Experten lediglich das Potenzial von etwa 0,5 Mio. B/T extra, die dann aber das vorhandene Überangebot weiter erhöhen würden.
Aktuell haben die Trader an den Ölbörsen aber auch mit einem enormen Mass an Unsicherheit zu kämpfen, nach-dem Trump erneut Kuba, Kolumbien und vor allem Grönland in den Fokus der US Machtansprüche rückte. Entspre-chend preist man auch eine neue Riskoprämie ein, sollten sich weitere Konfliktherde auftun oder auch der Ukrai-nekrieg weiter eskalieren, sollten in der Partnerschaft von EU und USA im Streit um Grönland Risse entstehen.
Klar ist, bleiben neue Konflikte aus, dann wird ein erfolgreicher Politikwechsel in Venezuela das Ölangebot früher oder später erhöhen und damit auch das Überangebot am Weltmarkt weiter zementieren.
Längerfristig dürfte der von der US Regierung geäusserte Wunsch, die venezolanische Ölförderung zu erhöhen, dem Markt insgesamt einen bearishen Impuls geben. Wichtig ist, dass wir weiterhin davon ausgehen, dass die OPEC+ unter Führung Saudi Arabiens auf einen signifikanten Anstieg der Lagerbestände mit einer Produktionskürzung rea-gieren wird, um mittelfristig den Brent Preis von 55-60 Dollar pro Barrel zu bewahren, was eine bullishe Überra-schung bedeuten kann, meinen beispielsweise die Citi Analysten.

5. Januar 2026

Trump droht Indien mit noch höheren Zöllen

Während die Weltöffentlichkeit aktuell vor allem Amerikas Vorgehen in Venezuela beobachtet, hat US-Präsident Donald Trump am Wochenende auch wieder Drohungen gegen Indien ausgesprochen, sollte Neu-Delhi den Forderungen Washingtons nicht nachkommen und weiter unvermindert Öl aus Russland kaufen. In diesem Falle, so Trump, könnten die bestehenden Importzölle von 50% sehr schnell weiter erhöht werden.
Modi Staatspräsident Indiens, Anm. d. Red. ist ein guter Kerl. Er wusste, dass ich nicht glücklich bin, und es ist wichtig, mich glücklich zu machen“, sagte Trump am Sonntag. „Sie treiben Handel, und wir können die Zölle sehr schnell erhöhen, antwortete er auf eine Frage nach Indiens Käufen von russischem Öl.
Zuletzt waren die indischen Einfuhren aus Russland zwar gesunken, aber nicht so stark wie erwartet. Aus Insiderkreisen heißt es jedoch, dass die russischen Importmengen wohl in absehbarer Zeit auf unter 1 Mio. B/T fallen dürften, da Neu-Dehli durchaus an einem Handelsabkommen mit den USA interessiert ist

Trotz der Ereignisse um die Festnahme des venezolanischen Machthabers Maduro durch US-Streitkräfte am Wochenende geben die Kurse an ICE und NYMEX zum Wochenstart nach. Der frühe asiatische Handel startete allerdings volatil, konnte zunächst Kursgewinne verzeichnen, bevor dann die Gewinnmitnahmen doch recht schnell überwogen. Offenbar fürchten die Anleger aktuell durch die Umwälzungen in dem ölreichen Land noch keine massiven Folgen für das globale Ölangebot.
Venezuela war einst ein Schwergewicht der Ölproduktion, in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Förderung jedoch stark eingebrochen und macht inzwischen weniger als 1% der weltweiten Versorgung aus. Da sich der Markt zudem in diesem Jahr mit einem deutlichen Überangebot konfrontiert sieht, da die OPEC+ und auch andere Förderländer ihre Produktion ausgeweitet haben, entfalten die Ausfälle in Venezuela keine starke Wirkung.
Kurzfristige Störungen der venezolanischen Produktion lassen sich problemlos durch höhere Förderung anderswo ausgleichen, erklärt Neil Shearing von Capital Economics. Der Experte fügt an: „Wir erwarten, dass das globale Angebotswachstum im kommenden Jahr die Ölpreise in Richtung 50 Dollar drücken wird.

Auch andere Analysten sind der Meinung, dass die Beeinträchtigungen der venezolanischen Exporte wegen des globalen Überangebots nur geringe Auswirkungen auf die Preise haben dürfte. Bei Goldman Sachs heißt es: Wir sehen kurzfristig mögliche, aber begrenzte Risiken für die Ölpreise aus Venezuela, abhängig davon, wie sich die US-Sanktionspolitik entwickelt.
Bei JP Morgen schätzt man die Lage sogar längerfristig bearish für den Ölmarkt ein, denn die Experten sehen in einem Regimewechsel eines der grössten Aufwärtsrisiken für den globalen Ölangebotsausblick für 2026–2027 und darüber hinaus. Und auch Helima Croft von RBC Capital meint, eine vollständige Aufhebung der Sanktionen könnte mehrere Hunderttausend Barrel pro Tag zusätzlich freisetzen. In einem chaotischen Machtwechsel wie in Libyen oder im Irak ist alles offen, so die Expertin.

31. Dezember 2025

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026!

Ein spannendes Jahr liegt hinter uns – Zeit, kurz durchzuatmen. Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und freuen uns auf alles, was kommt!

30. Dezember 2025

Trump droht dem Iran mit Militärschlag

Zuletzt hatten sich die geopolitischen Risiken vor allem auf die Ukraine und Venezuela beschränkt. Doch mit neuen Kommentaren des US-Präsidenten tritt nun auch wieder der Iran auf die weltpolitische Bühne. Donald Trump drohte Teheran mit weiteren Militärschlägen, sollte der Iran weiter Raketen bauen oder sein Atomprogramm wieder aufnehmen.

Die USA würden „sofort“ selbst eingreifen, falls dies notwendig sein sollte, erklärte Trump im Rahmen eines Treffens mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Florida. „Wir werden es sofort tun“, sagte Trump zu möglichen Angriffen für den Fall, dass diplomatische Versuche scheitern sollten und der Iran sein Nuklearprogramm fortsetzt.

Trotz der grundsätzlich erwarteten Angebotsschwemme in den kommenden Monaten treten aktuell vor allem geopolitische Krisenherde in den Fokus der Anleger – nach Kommentaren Donald Trumps seit gestern nun auch wieder der Iran. Die Ölpreise bleiben damit kurz vor dem Jahreswechsel leicht gestützt.

Zwar dürfte es sich in Sachen Iran erst einmal nur um Säbelrasseln handeln, doch die Anleger an ICE und NYMEX wissen, wie rasant die Lage in der Region eskalieren und dann auch blitzschnell die Ölinfrastruktur eines Landes wie dem Iran lahm legen kann. Diese Erfahrung macht am anderen Ende der Welt gerade Venezuela, wo die USA ihre Seeblockade weiterhin aufrecht erhalten.

Aus Caracas hieß es zuletzt, man haben begonnen Förderanlagen abzuschalten, da die Rohölexporte zum Erliegen gekommen sind und die Lagertanks keine Kapazitäten mehr haben. Unabhängig davon erklärte Präsident Donald Trump, die USA hätten eine Hafenanlagen angegriffen, da dort angeblich ein Drogenumschlagsplatz gewesen sei. Die Lage in dem südamerikanischen Land bleibt somit enorm angespannt.

Unterdessen bleiben die Bemühungen, den Krieg in der Ukraine zu beenden, erfolglos. Zwar betonten sowohl Washington, als auch Kiew, dass die Gespräche am Wochenende in Florida konstruktiv gewesen seien, doch ein russisches Entgegenkommen bleibt bisher ebenso aus, wie konkrete Pläne für eine Waffenruhe. Eine schnelle Aufhebung der Sanktionen gegen Moskau wird damit immer unwahrscheinlicher.

„Das Thema Überangebot am Markt ist weitgehend verwässert – wenn nicht sogar von geopolitischen Störungen überlagert worden“, kommentiert Gao Jian, Analyst bei Qisheng Futures Co. die aktuelle Lage. „Solange diese Konflikte nicht gelöst sind, werden Volatilität und Preisauftrieb anhalten“, fügt er hinzu, auch wenn sich die grundsätzliche Markttendenz vor dem Hintergrund eines sich vertiefenden Überangebots wahrscheinlich nach unten verschieben werde.

Längerfristig betrachtet bleiben die Rohölpreise auf Kurs für einen deutlichen Jahresverlust. Zu groß ist die erwartete Ölschwemme, die schon seit Monaten auf den Markt zurollt. Selbst nachhaltige Ausfälle, wie etwa durch die Blockade der venezolanischen Ölexporte, können höchstens einen kleinen Teil dieses Überangebots ausgleichen.

29. Dezember 2025

Kein Durchbruch bei Ukraine-Gesprächen in Florida

Die Shuttle-Diplomatie im Ringen um einen Waffenstillstand in der Ukraine ging am Wochenende in die nächste Runde. Der ukrainische Präsident Selenskyj traf sich in Florida mit US-Präsident Trump, beide zeigten sich im Anschluss wie üblich optimistisch; Trump sprach sogar von „großen Fortschritten. Doch Antworten auf die nach wie vor offenen Fragen gibt es auch diesmal nicht.

So machten weder Trump, noch Selenskyj konkrete Angaben zum besonders heiklen Thema Gebietsabtretungen. Und auch in Sachen Sicherheitsgarantien scheinen sich die USA und die Ukraine nicht komplett einig, denn der ukrainische Präsident bezeichnete dieses Problem als zu 100% gelöst, Trump jedoch sprach nur von 95%. Unterdessen bleibt eine echte Stellungnahme aus. Vom russischen Sondergesandten Kirill Dmitrijew hieß es über Social Media nur, das die Welt Donald Trumps Friedensbemühungen würdige.

Die Ölpreise legen zum Start in die Silvesterwoche wieder etwas zu, nachdem die am Wochenende geführten Gespräche zwischen der Ukraine und den USA keinen Durchbruch im Friedensprozess brachten. Noch am Freitag hatten Brent und WTI mit den Aussichten auf ein Überangebot in den kommenden Monaten und ein mögliches Kriegsende mehr als 2% verloren.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, er und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seien „sehr viel näher, vielleicht sehr nah“ an einer Einigung zur Beendigung des Kriegs. Zugleich räumten beide Staatschefs ein, dass einige der schwierigsten Detailfragen weiterhin ungelöst seien. Weitere Gespräche sind für die kommenden Tage und Wochen geplant.

Insgesamt bleiben die Notierungen an ICE und NYMEX auf Kurs für einen fünften Monatsverlust in Folge – die längste Verlustserie seit mehr als zwei Jahren. Belastet werden die Preise dabei vor allem durch die Aussicht auf ein globales Überangebot, das vor allem in der ersten Jahreshälfte 2026 spürbar werden dürfte. Verantwortlich ist die neue Förderstrategie und damit einhergehende Angebotsausweitung der OPEC+, aber auch die steigenden Produktionsmengen in Ländern wie Brasilien oder Kanada. Da die globale Ölnachfrage nicht in gleichem Maße steigend erwartet wird, muss im kommenden Jahr laut EIA mit einer Überversorgung von über +2 Mio. B/T gerechnet werden. Die IEA prognostiziert sogar bis zu +4 Mio. B/T an Überschuss.

Die Ölwelle, die damit auf den Markt zurollt, ist demnach so groß, dass selbst die aktuelle Blockade in Venezuela oder die stetigen Angriffe auf russische Ölinfrastruktur nur ein minimales bullishes Gegengewicht liefern können. Gleichzeitig bleiben andere geopolitische Fragen weiterhin ungeklärt, allen voran der Friedensprozess in der Ukraine. So weist etwa Gao Mingyu, Energieanalystin bei China Futures Co. darauf hin, dass allein die Frage nach der von Russland besetzten Donbas-Region noch viele weitere Treffen nötig machen wird.

Unterdessen kündigte China an, seine Finanzausgabenbasis 2026 auszuweiten, wie aus einer Erklärung des Finanzministeriums vom Sonntag hervorgeht. Dies gilt als Signal für staatliche Unterstützung zur Ankurbelung des Wachstums. Der weltweit größte Rohölimporteur steht angesichts einer Krise am Immobilienmarkt und externer Belastungen (wie etwa dem Handelskonflikt mit den USA) unter Druck. Gleichzeitig wird erwartet, dass Peking auch weiterhin umfangreiche Rohölvorräte aufbauen wird, was den globalen Überschuss etwas auffangen dürfte.

24. Dezember 2025

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten ein besinnliches Fest, magische Augenblicke und eine sichere Fahrt ins Jahr 2026. Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Vertrauen.

22. Dezember 2025

USA setzen Seeblockade gegen Venezuela durch

Vor zwei Woche hatten die USA einen ersten Öltanker festgesetzt und geentert, der Rohöl aus Venezuela verschiffte. Am Wochenende wurde bereits ein zweiter Tanker aufgehalten und ein drittes Schiff wird in internationalen Gewässern von den US-Kräften verfolgt.

Bei dem Tanker soll es sich um die Bella 1 handeln, die sich in internationalen Gewässern aufhalten soll. „Die US-Küstenwache verfolgt aktiv ein sanktioniertes Schiff der Schattenflotte, das Teil der illegalen Sanktionsumgehung Venezuelas ist. Es fährt unter falscher Flagge und unterliegt einem gerichtlichen Beschlagnahmebeschluss,“ sagte die Stellungnahme der USA.

Die USA setzen die Seeblockade gegen Venezuela weiter durch, was das Ölangebot am globalen Markt reduziert. Das wirkt sich kurzfristig stützend auf die Preise aus, die heute im frühen Handel direkt oberhalb des Freitags und jenseits der GD 7 Linie starten.

Die schweren Rohölsorten die aus Venezuela kommen können nicht einfach so durch andere Sorten ersetzt werden. Auch wenn in Westafrika wohl reichlich Öl auf Abnehmer wartet (19.12.2025 Westafrika sitzt auf seinem Öl fest), ist die Qualität zu unterschiedlich, als dass dies den Wegfall der Mengen aus Venezuela kompensieren könnte.

Auch in Sachen Ukraine scheint es keinen Durchbruch zu geben, sodass weitere, strengere Sanktionen aus USA und EU den Markt hier weiter unter Druck setzten könnten. Zudem nimmt Kiew vermehrt die Exportinfrastruktur der Russen in Angriff, sodass auch hier Mengen für China wegfallen, die anderweitig eingedeckt werden müssen.

„Die Ölpreise wurden somit durch diese geopolitischen Nachrichten gestützt, während im Hintergrund die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine schwelen, und zwar in einem ansonsten fundamental sehr bearischen Markt“, ordnet Analyst June Goh, von Sparta Commodities, die aktuelle Situation ein.

„Der Markt verliert die Hoffnung, dass die von den USA vermittelten Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine in absehbarer Zeit zu einer dauerhaften Einigung führen werden. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, die anhaltenden Sorgen um ein Überangebot auszugleichen. Zusammen mit dem Fehlausbruch nach unten in der vergangenen Woche, der den Markt verunsichert hat, verschiebt sich das Risikoverhältnis beim Rohölpreis wieder deutlich in Richtung eines Aufwärtstrends“, so Analyst Tony Sycmore, von IG.

„Wir halten an unserer etwas optimistischeren Einschätzung des Rohölpreises bis zum Jahresende fest, da die geopolitischen Entwicklungen deutlich positiver sind“, sagte Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei der Westpac Banking Corp. Allerdings dürfte der Brent-Preis im nächsten Jahr auf unter 50 US-Dollar fallen, fügte er hinzu.

Ähnlich sieht man es auch bei der Westpac Banking. Auf Grund der geopolitischen Entwicklungen „halten wir bis zum Jahresende an unserer etwas bullishen Einschätzung der Rohölpreise fest“, sagte deren Experte Robert Rennie. Im kommenden Jahr rechnet er wegen der strukturellen Überversorgung allerdings wieder mit einem Brent-Preis deutlich unter 60 Dollar.

19. Dezember 2025

Chartanalyse neutral

An den Rohöl und Produktcharts laufen die Linien des Stochastik derzeit noch weiter auseinander, sodass der Indikator seine bullishe Wirkung für den heutigen Handel behält. Unterdessen dreht der RSI bei Brent und WTI knapp oberhalb der 30 % Triggerlinie wieder nach unten ab, sodass dieser seine stützende Wirkung einbüßt. Trotz Kaufsignale der Indikatoren hat sich zuletzt wenig bullishe Dynamik entwickelt. Der Widerstandsbereich aus GD 7 und Trendlinie ist stabil geblieben und sorgen so für einen anhaltenden Abwärtstrend, siehe auch Chartanalyse.

Im Zusammenspiel mit der unteren Bollinger Band Linie bleibt heute ein technisch enger Spielraum. Entlastungskäufe müssen zunächst den Abwärtstrend im Bereich der GD 7 überwinden, um weitere technische Anschlusskäufe zu triggern. Damit könnten die Notierungen dann allerdings einen Sprung, vielleicht sogar bis in den Bereich der GD 21, machen. Da diese Marken allerdings stabil geblieben sind und die Kaufsignale an Stochastik und RSI nur wenig bis keine bullishe Wirkung zeigen, stufen wir für den Moment die charttechnische Einschätzung auf neutral herab.

Die Rohölpreise an den Ölbörsen steuern auf Wochensicht erneut auf einen Preisrückgang zu. Die letzte volle Handelswoche vor dem Jahreswechsel brachte dabei für Brent und WTI auch noch neue Langzeittiefs mit sich, was beim Nordsee Rohölkontrakt auch ein Settlements unterhalb der psychologisch wichtigen 60 Dollar Marke bedeutete.
Am gestrigen Donnerstag lag der Settlement Preis von Brent bereits den dritten Tag in Folge unterhalb dieses Preisniveaus, da die geopolitischen Risiken nicht gegen die von der Mehrheit der Analysten und Marktbeobachter prognostizierten Überversorgung im kommenden Jahr ankamen.
Der vorherrschende Gedanke ist derzeit der eines strukturellen Überschusses, so Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital LP, der hinzufügt: Diese Überangebotsmentalität überwiegt geopolitische Spannungen von Russland bis Venezuela.

Der Analyst Tony Sycamore von IG führt dazu aus: Die Unsicherheit hinsichtlich der Details zur Durchsetzung [der US Blockade von Schiffen aus und auf dem Weg nach Venezuela; Anm. d. Red.] und der Optimismus, dass ein potenzieller von den USA geführter Friedensvertrag für die Ukraine doch noch zustande kommen könnte, mildern die Bedenken im Hinblick auf das weltweite Angebot und halten die geopolitischen Risikoprämien im Zaum. Mitte der Woche war durchgesickert, dass Washington wohl weitere Sanktionen gegen Russland vorbereitet, für den Fall dass sich Moskau auch weiterhin nicht auf einen Friedensplan für die Ukraine einlassen sollte. Am gestrigen Donnerstag zeigte sich US Präsident Trump dann zuversichtlich, das der Krieg in der Ukraine bald beendet werden könne.
Das derzeit niedrige Preisniveau dürfte nach Meinung der Analysten der Bank of America allerdings letzten Endes auch wieder dafür sorgen, dass das Angebot wieder sinkt und ein deutlicher Preiseinbruch ausbleibt. Heute Morgen notieren die Ölfutures an ICE und NYMEX zunächst nahe den Vortagestiefs, sodass sich auch bei den Inlandspreisen rein rechnerisch aktuell Potenzial für Abschläge im Vergleich zu gestern abzeichnet

18. Dezember 2025

Kapazitäten an Venezuelas Öllager werden knapp

Nach der Beschlagnahme eines Öltankers vor Venezuela und der Anordnung einer Blockade sanktionierter Tanker seitens des US-Präsidenten stößt das OPEC-Mitglied allmählich auf ein weiteres Problem: Die Lagerkapazitäten für Öl werden knapp. Dies gilt zum einen für das Hauptöllager Venezuelas, wie auch für die Tanker an den venezolanischen Exporthäfen, in denen das Öl vorübergehend gespeichert werden kann.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet mit Verweis auf Personen, die mit der aktuellen Situation vor Ort vertraut sind, dass die Lagerkapazitäten in etwa 10 Tagen ausgereizt sein dürften. Kann die staatliche Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela SA (kurz: PdVSA) das geförderte Öl nicht mehr exportieren und auch nicht mehr lagern, wird sie aller Voraussicht nach dazu gezwungen sein, die Produktion an einigen Quellen zu unterbrechen.

Nachdem die Rohölpreise an ICE und NYMEX gestern eine leichte Aufwärtskorrektur vollzogen, startete Brent heute wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Preismarke von 60 Dollar pro Barrel. Über das Hoch von Mittwoch konnte sich der Nordsee-Rohölkontrakt - wie auch sein US-Pendant WTI - heute Morgen allerdings nicht hinwegsetzen.

Dies mag daran liegen, dass die landesweiten Rohölvorräte der USA dem DOE zufolge in der vergangenen Woche mit -1,3 Mio. Barrel nicht einmal ansatzweise so stark zurückgingen, wie es das API geschätzt hatte (-9,3 Mio. Barrel). Davon abgesehen steht heute aber auch der nächste Inflationsbericht aus den USA zur Veröffentlichung aus, vor dem die Marktteilnehmer vermutlich wieder eher zurückhaltend agieren dürften. Auch wenn Fed-Chef Jerome Powell nach der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank vergangene Woche signalisierte, dass die Zinsen in den USA im Januar wohl erst einmal nicht weiter gesenkt werden dürften, werden sich die Investoren wie so oft ihren eigenen Reim auf die Inflationsdaten für US-November machen, was dann nicht nur den EUR/USD-Kurs, sondern auch die Preise an den Ölbörsen beeinflussen kann.

Weiter im Fokus bleiben unterdessen die geopolitischen Entwicklungen. Während die von US-Präsident Trump angekündigte Blockade von sanktionierten Schiffen, die Venezuela anlaufen oder verlassen, den Preisen zwar kurzzeitig Auftrieb verleiht, dürfte sich der tatsächliche Effekt auf das weltweite Ölangebot doch in Grenzen halten, da Venezuela mit seinem Öl gerade ein-mal 1 % der globalen Ölnachfrage deckt.

Schwerer könnte da schon eine erneute Verschärfung der US-Sanktionen gegen Russland wiegen, sollte sich Moskau nicht auf ein Friedensabkommen mit der Ukraine einlassen. "Angesichts der Aussichten auf einen Überschuss und des Brent-Preises von rund 60 Dollar pro Barrel hat Trump Spielraum für aggressivere Sanktionen", kommentieren die Analysten der ING die Tatsache, dass der US-Präsident zuletzt sowohl Venezuela, als auch Russland gegenüber mit der Sanktionskeule schwang.

Von den Verhandlungen zwischen Delegationen der Ukraine, den USA und Europa Anfang der Woche scheint Russlands Präsident Wladimir Putin nicht viel zu halten, denn erst am gestrigen Mittwoch drohte dieser noch, er werde notfalls mit Gewalt die Gebiete der Ukraine einnehmen, sollten die europäischen Mächte den Vorschlägen der US-Regierung für eine Einigung nicht zustimmen. Die Ukraine setzt derweil ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur fort und erzielt dabei auch immer wieder Erfolge.

17. Dezember 2025

Trump ordnet Tankerblockade vor Venezuela an

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag eine Blockade aller sanktionierten Öltanker angeordnet, die Venezuela anlaufen oder verlassen. Erneut nimmt Washington damit die wichtigste Einnahmequelle des südamerikanischen Landes ins Visier und erhöht den Druck auf Präsident Nicolás Maduro, dem die Trump-Administration vorwirft, ein staatlich gelenktes Drogenhandelsnetzwerk zu dulden. Nach Trumps Ankündigung legten die Ölpreise an ICE und NYMEX leicht zu.

„Venezuela ist vollständig von der größten Armada umzingelt, die jemals in der Geschichte Südamerikas zusammengestellt wurde“, schrieb Trump am Dienstag in sozialen Medien. „Sie wird nur noch größer werden, und der Schock für sie wird beispiellos sein – bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie den Vereinigten Staaten von Amerika sämtliches Öl, Land und andere Vermögenswerte zurückgeben, die sie zuvor von uns gestohlen haben.“ Zudem gab Trump an, dass venezolanische Regime als Terrororganisation eingestuft zu haben.

Noch gestern waren die Ölpreise an ICE und NYMEX im Angesicht voranschreitender Ukraine-Gespräche und der erwarteten Überversorgung im kommenden Jahr auf die niedrigsten Stände seit Monaten gefallen. WTI unterschritt sogar kurzzeitig seine langfristigen Widerstände und markierte damit ein neues 5-Jahres-Tief.

Doch heute hat sich die Richtung wieder gedreht, nachdem US-Präsident Donald Trump den Druck auf Venezuela erhöht und eine Blockade sanktionierter Öltanker vor der Küste des südamerikanischen Landes angeordnet hat. Die Nordseesorte Brent kehrte zurück Richtung 60 Dollar, nachdem sie in den vorangegangenen vier Handelstagen mehr als 5% verloren hatte. WTI notiert heute früh nahe 56 Dollar.

Insgesamt bleibt die Aufwärtskorrektur damit aber vergleichsweise überschaubar. Aus Händlerkreisen heißt es dazu: „Der Preis wird heute stimmungsgetrieben durch die Nachrichten aus Venezuela, doch insgesamt sind die venezolanischen Exportmengen gemessen am weltweiten Angebot relativ gering. Da alle Augen auf die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine gerichtet sind, bleibt der Markt weiterhin abwärtsgefährdet“.

Ein weiterer Marktteilnehmer erklärt, der Preisanstieg dürfte nicht von Dauer sein und könnte „eine gute Gelegenheit für einige sein, Short-Positionen aufzubauen“. Dieser Auffassung schließt sich auch Warren Patterson von der ING an: „Der Ölmarkt hat Angebotsrisiken zuletzt weitgehend gelassen aufgenommen, angesichts des Ausmaßes des für 2026 erwarteten Überschusses“. Das Ausmaß der jüngsten Preisbewegung zeige, dass der Markt „nicht allzu besorgt“ sei.

Etwas vorsichtiger gibt sich Emril Jamil, Senior-Ölanalyst bei LSEG: „Kurzfristig ist ein extremer Preisanstieg unwahrscheinlich, sofern es nicht zu Vergeltungsmaßnahmen kommt, die sich auf die Öl- und Gassysteme in ganz Amerika auswirken, während die Erwartungen hinsichtlich eines globalen Überangebots weiterhin im Mittelpunkt des Handels stehen“. Der Experte geht jedoch davon aus, „jede längere Unterbrechung die Preise für schwere Rohölsorten stützen“ dürfte.

Ob es jedoch tatsächlich zu einem längeren Ausfall und einer weiteren Eskalation in der Region kommt, bleibt abzuwarten. Insgesamt steuert der Ölpreis auch weiterhin auf ein Jahresminus zu, belastet durch das erwartete Überangebot infolge der raschen Rückkehr stillgelegter Fördermengen durch die OPEC+ sowie steigender Produktion anderer Länder bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage.

Heute Nachmittag könnte kurzfristig noch der DOE-Bericht für neue Impulse sorgen, nachdem die Daten des API zumindest für Rohöl klar bullish ausgefallen waren. Die fundamentale Einschätzung fällt damit heute zumindest kurzfristig leicht bullish aus, auch wenn auf lange Sicht weiterhin die bearishen Angebotsaussichten die Oberhand behalten.

16. Dezember 2025

Ukraine-Gespräche: USA stellen Sicherheitsgarantien in Aussicht

Es scheint tatsächlich voran zu gehen bei den Verhandlungen um einen Frieden in der Ukraine. Die Shuttle-Diplomatie ist in vollem Gange und so wurden gestern Gespräche in Berlin zwischen der Ukraine, den USA und der EU fortgesetzt. Präsident Selenskyj bezeichnete sie als „nicht einfach, aber produktiv“, Bundeskanzler Merz begrüßte vor allem das Entgegenkommen der USA ins Sachen Sicherheitsgarantien.

Denn eines hatte sich schon Sonntagabend herauskristallisiert: Die Ukraine wären bereit, auf ihren erhofften Nato-Beitritt zu verzichten, wenn es im Gegenzug klare Sicherheitsgarantien vom Westen gäbe (15.12.2025 Kiew signalisiert Verzicht auf Nato-Beitritt). Und diese scheinen nun konkreter denn je auf dem Tisch zu liegen. Kanzler Merz sagte am Abend: „Was die USA hier in Berlin an rechtlichen und an materiellen Garantien auf den Tisch gelegt haben, ist wirklich beachtlich. Das ist ein ganz wichtiger Fortschritt, den ich sehr begrüße“.

Die Ölpreise haben ihre Verluste ausgeweitet und sind auf den niedrigsten Stand seit Mitte Oktober gefallen. Die Marktteilnehmer bewerteten dabei die Aussichten auf eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine, die den Weg für eine Lockerung der Beschränkungen russischer Ölexporte in einen bereits gut versorgten Markt ebnen könnte.

Für Zuversicht im Ukraine-Konflikt sorgt aktuell, dass die USA der Ukraine Sicherheitsgarantien nach NATO-Vorbild in Aussicht gestellt haben. Damit wächst die Hoffnung, dass ein Durchbruch bei den Verhandlungen möglich ist.

„Der Ölpreis geriet unter Druck, da der Markt Anzeichen von Optimismus hinsichtlich eines möglichen Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine einpreiste“, heißt es deshalb von der ANZ. Dies habe Sorgen verstärkt, dass die jüngsten US-Sanktionen gegen russische Ölunternehmen letztlich aufgehoben werden könnten und damit zusätzliches Angebot auf den ohnehin gut versorgten Markt käme.

Der ukrainische Sicherheitsberater Rustem Umerow sprach nach den gestrigen Gesprächen in Berlin von „echten Fortschritten“. Ob die neue Initiative der USA jedoch ausreicht, um die Hindernisse früherer Verhandlungsrunden zu überwinden, bleibt offen. Russlands Präsident Wladimir Putin wollte bislang nicht von seinen territorialen Forderungen abweichen und schien dabei auch kaum kompromissbereit.

Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei der Westpac Banking Corp., hat deshalb auch berechtigte Zweifel: „Wir sind nicht überzeugt, dass wir einem tatsächlichen Friedensabkommen nun deutlich näher sind, auch wenn es sich in den vergangenen Tagen so anfühlt“. Der Experte erwartet den Brent-Preis weiterhin in einer volatilen Spanne von 60 bis 65 Dollar je Barrel.

Unabhängig davon steuert der Ölmarkt auf ein Jahresminus zu. Gründe sind die Erwartungen eines wachsenden globalen Überangebots, da die OPEC+ stillgelegte Förderkapazitäten wieder hochfährt und auch andere Produzenten ihre Förderung ausweiten. Ein Ende des Ukraine-Krieges könnte zudem dazu führen, dass Sanktionen gegen Russland gelockert werden und somit wieder mehr russisches Öl zur Verfügung steht.

Zusätzlichen Abwärtsdruck liefern zum Wochenanfang schwache Konjunkturdaten aus China, dem weltweit größten Ölimporteur. Offizielle Zahlen vom Montag zeigten, dass die Industrieproduktion auf ein 15-Monats-Tief gefallen ist und das Wachstum der Einzelhandelsumsätze den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren erreicht hat. Dies schürte Sorgen über die Stärke der globalen Ölnachfrage im Jahr 2026.

Gedämpfte Nachfragesignale aus China sowie anhaltende Handels- und Industriebelastungen in anderen Teilen Asiens verstärken den makroökonomischen Gegenwind, durch den die Ölpreise seit Monaten unter Druck stehen. Vorerst dürften sich die Händler daher zurückhalten, auf steigende Preise zu setzen – zumindest solange keine klare Verbesserung der Nachfrage oder eine größere Angebotsstörung zu erkennen ist.

15. Dezember 2025

Ukrainischer Drohnenangriff trifft Ölbohranlage im Kaspischen Meer

Während in Berlin über die Bedingungen für einen Frieden in der Ukraine verhandelt wurde, griffen ukrainische Drohnen am Wochenende erneut Anlagen der russischen Ölinfrastruktur an. Dabei wurde erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auch eine Ölbohranlage im Kaspischen Meer zum Angriffsziel.

So sollen Insidern zufolge wichtige Vorrichtungen der aus zwei Plattformen bestehenden Filanowsky Ölbohranlage durch den Drohnenangriff beschädigt worden sein, sodass der Produktionsbetrieb unterbrochen werden musste. Die Ukraine hatte die 2016 in Betrieb genommene Filanowsky Anlage am vergangenen Donnerstag schon einmal ins Visier genommen. Bei Normalbetrieb werden an der Anlage des russischen Unternehmens Lukoil täglich rund 120.000 Barrel Öl aus Russlands größtem Ölfeld im Kaspischen Meer gefördert.

In der vergangenen Woche gaben die Rohölpreise an ICE und NYMEX wieder deutlich nach. Dabei verzeichneten Brent und WTI zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober. Dies lag einerseits daran, dass die Monatsberichte von EIA und IEA erneut die Sorgen bezüglich eines Überangebots untermauerten, während der Markt zunehmend auf eine baldige Einigung auf einen Friedensplan für die Ukraine setzte. Eine solche Einigung steht zu Beginn der neuen Handelswoche jedoch immer noch aus und auch die Spannungen zwischen Venezuela und den USA lassen die geopolitischen Risiken nicht ganz in Vergessenheit geraten.

"Die geopolitische Prämie ist nicht verschwunden, sie wird derzeit nur von der Erzählung über das Überangebot verdrängt", meint auch Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets, die zudem anmerkt: "Geopolitische Faktoren wirken eher als Begrenzung nach unten, denn als Katalysator für einen nachhaltigen Preisausbruch."

Auch Tsuyoshi Ueno, leitender Ökonom am NLI Research Institute, sieht die geopolitischen Risiken derzeit eher als Faktor, der stärkere Preisrückgänge verhindert. "Die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine schwanken zwischen Optimismus und Vorsicht, während die Spannungen zwischen Venezuela und den USA zunehmen und Befürchtungen hinsichtlich potenzieller Lieferengpässe schüren", so der Experte, der fortfährt: "Da den Märkten jedoch eine klare Richtung fehlt, bleiben die Sorgen über ein Überangebot groß, und sofern sich die geopolitischen Risiken nicht deutlich verschärfen, könnte der WTI-Preis Anfang nächsten Jahres unter 55 US-Dollar fallen."

Unterdessen bleibt auch abzuwarten, wie die Märkte heute auf die jüngsten Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Energieinfrastruktur reagieren werden. Nachdem am vergangenen Donnerstag bereits erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine russische Ölbohranlage im Kaspischen Meer zum Ziel der ukrainischen Drohnen geworden war, soll diese bei dem jüngsten Angriff vom Wochenende nun auch beschädigt und vorübergehend abgeschaltet worden sein.

Gemischte Impulse aus Richtung der Nachfrage geben heute aktuelle Daten aus China. Während die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion der Volksrepublik im November entgegen den Erwartungen einen schwächeren Anstieg aufwiesen als noch im Oktober, sollen die Ölnachfrage und die Raffinerieaktivität Chinas im vergangenen Monat auf Jahressicht gestiegen sein.

Im weiteren Wochenverlauf stehen auch aus den USA und der Eurozone noch zahlreiche wichtige Konjunkturindikatoren auf der Agenda. Davon abgesehen warten die Trader auf die nächste geldpolitische Sitzung des EZB-Rats. Der Zinsentscheid des Gremiums wird am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben, wobei bei der EZB wie schon bei der Fed wohl die Pressekonferenz zur Sitzung im Vordergrund stehen dürfte. Die US-Notenbank hatte vergangene Woche wie erwartet eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen, Fed-Chef Jerome Powell dämpfte jedoch die Hoffnungen auf eine weitere Zinssenkung im Januar.

12. Dezember 2025

Brasiliens Ölproduktion erholt sich von November Ausfällen

Im November hatten Produktionsunterbrechungen an einigen Offshore Plattformen die Ölproduktion Brasiliens noch um rund 300.000 B/T sinken lassen, sodass das Land die Rekordproduktion von Oktober nicht erreichen konnte. Nun scheint sich die brasilianische Ölproduktion aber wieder zu erholen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf Daten der brasilianischen Behörde ANP.
Demnach sollen einige der Plattformen, an denen die Förderung vorübergehend auf Eis gelegt worden war, den Betrieb in den vergangenen Wochen wieder aufgenommen haben. Dadurch soll etwa ein Fünftel des Produktionsverlusts von November wiederhergestellt worden sein.
Der Ausfall von November, der unter anderem auch Förderplattformen am riesigen Ölfeld Buzios betraf, zeigt laut dem Ölmarktexperten Marcelo De Assis, wie schwankungsanfällig die Produktion Brasiliens ist, da an einigen sogenannten "Superplattformen" allein über 200.000 B/T gefördert werden können. Nichtsdestotrotz dürfte Brasiliens Ölförderung längerfristig weiterhin steigen. Das Land ist der größte Ölproduzent Latein Amerikas. Laut dem aktuellen Monatsbericht der OPEC förderte das Land im Oktober 4,0 Mio. B/T an Rohöl.

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX fielen am gestrigen Donnerstag zeitweise auf den niedrigsten Stand seit dem 21. Oktober. Obwohl die Beschlagnahme eines Öltankers vor der Küste Venezuelas durch US-Soldaten dafür sorgte, dass die geopolitischen Risiken nicht in Vergessenheit geraten, überwogen letztlich wieder die Bedenken hinsichtlich einer Überversorgung am Ölmarkt. So zeichnet sich auf Wochensicht auch ein Preisrückgang ab.
Daran dürften vermutlich auch die vom US Finanzministerium verkündeten Sanktionen gegen drei Neffen von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro und sechs Öltanker nichts ändern. Der Konflikt in Venezuela birgt zwar ein erhöhtes Risiko für die Öffentlichkeit, ändert aber nichts am Gesamtbild, erklärt Haris Khurshid, Analyst bei Karobaar Capital LP, der hinzufügt. Solange Sanktionen nicht plötzlich die Handelsströme unterbrechen oder Schifffahrtswege lahmlegen, handelt es sich eher um Störfaktoren als um einen strukturellen Schock.
Unterdessen bleibt weiterhin abzuwarten, wie sich die Verhandlungen über einen Friedensplan für die Ukraine entwickeln. Die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine werden auch nächste Woche und darüber hinaus im Mittelpunkt stehen, so der Analyst Hiroyuki Kikukawa von Nissan Securities Investment, dem zufolge der WTI Preis die Marke von 55 Dollar testen könnte, sollte tatsächlich eine Einigung erzielt werden.
Eine Einigung über einen Friedensplan könnte zahlreiche Sanktionen des Westens gegen Russlands Ölsektor aus der Gleichung nehmen, was die Sorgen bezüglich eines Überangebots befeuern würde. Die IEA geht in ihrem aktuellen Ölmarktbericht immer noch von einem beträchtlichen Überangebot von +3,8 Mio. B/T im kommenden Jahr aus und gab an, die weltweiten Ölbestände seien im Oktober auf ein Vier-Jahres Hoch gestiegen.
Die OPEC schätzt die Nachfrage nach dem Rohöl aus der OPEC+ für 2026 derzeit auf 43,0 Mio. B/T, sodass der Markt ausgeglichen wäre, sollte die Allianz ihre Fördermengen auf dem Stand von November belassen. Zumindest im ersten Quartal 2026 wollen die acht Länder der Allianz, die ihre Fördermengen seit Anfang 2024 freiwillig stärker als nötig gedrosselt hatten, nicht weiter steigern. Wie es danach aussieht, ist allerdings schwer vorherzusehen.
Derweil könnte die Erholung der brasilianischen Produktion von einem Rücksetzer im November das weltweite Angebot steigen lassen, während unklar ist, wie der weitere Zinspfad der Fed im kommenden Jahr aussehen wird. Fed Chef Powell hatte nach der jüngsten FOMC Situng für das kommende Jahr gerade einmal eine weitere Zinssenkung in Aussicht gestellt, sodass seitens der Fed im kommenden Jahr nur wenig Auftrieb für die Konjunktur und auch die Ölnachfrage der USA zu erwarten ist. Allerdings ist Powells Amtszeit auch bald zu Ende, sodass abzuwarten bleibt, ob sein Nachfolger die Dinge vielleicht anders sieht.

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