top of page

NEWS

WAS ZÄHLT – IM BLICK.

20. März 2026

Westen signalisiert Bereitschaft zur Sicherung der Strasse von Hormus

Unterdessen erklärten die EU Staaten gemeinsam mit Japan und Kanada sie seien bereit, sich an geeigneten Massnahmen zur Sicherung der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus zu beteiligen und zur Stabilisierung der Energiemärkte beizutragen. Wir sind bereit, entsprechende Schritte zur Gewährleistung sicherer Passage durch die Strasse zu unterstützen. Wir begrüssen das Engagement von Staaten, die bereits Vorbereitungen treffen, heisst es in der Erklärung.
Beim gestrigen EU-Gipfel in Brüssel forderten die Mitglieder zudem ein Ende der Angriffe auf Energie und Marineinfrastruktur im Nahen Osten. Der Europäische Rat ruft zu Deeskalation und grösstmöglicher Zurückhaltung auf, zum Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur sowie zur uneingeschränkten Achtung des Völkerrechts durch alle Parteien, heisst es in der Abschlusserklärung.
Die EU Staaten begrüssten darüber hinaus die Bereitschaft einzelner Mitgliedsstaaten, die Strasse von Hormus abzusichern, sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Um welche Voraussetzungen es sich handelt, wurde in der Erklärung nicht erläutert. Konkrete Angaben zu einem Einsatz in der wichtigen Meerenge enthielt die Erklärung ebenfalls nicht. Die USA hatten zuletzt gedrängt, entsprechende Militäraktionen der Amerikaner mit zu unterstützen.

Wo es gestern noch nach einer Fortsetzung der steilen Preisrally aussah, ist Brent inzwischen wieder von seinem höchsten Settlement seit 2022 zurückgekehrt. Dabei hilft die Tatsache, dass es seit den Angriffen auf Irans wichtiges South Pars Ölfeld und Teherans Gegenangriff auf Katars LNG Anlagen keine weitere Attacken auf wichtige Energieeinrichtungen gab.
Stattdessen bemühten sich fast alle Parteien um Beschwichtigung. So erklärte etwa US-Präsident Donald Trump, angesprochen auf Gerüchte über einen möglichen Einsatz von Bodentruppen, er habe nicht vor, Truppen irgendwo hin zu entsenden. Aus Israel hiess es unterdessen, man werde von weiteren Angriffen auf iranische Energieanlagen absehen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu signalisierte zudem, dass ein Ende des Krieges nahe sein könnte.
Diese Demonstration von Zurückhaltung und Deeskalation ist laut Priyanka Sachdeva der Grund, weshalb beide wichtigen Rohöl Benchmarks am Freitagmorgen einen Teil ihrer sogenannten Kriegsprämien wieder abgegeben haben. Die leitende Marktanalystin bei Phillip Nova warnte jedoch zugleich, dass die Märkte weiterhin empfindlich auf Entwicklungen rund um die strategisch wichtige Strasse von Hormus reagieren dürften.
Der Schaden ist bereits angerichtet und selbst wenn die sichere Passage für Tanker durch die Strasse von Hormus ausgehandelt werden kann, dürfte es sehr lange dauern, bis die Logistik wieder vollständig funktioniert, so Sachdeva. Bis dahin könnten direkte Treffer auf Exportinfrastruktur oder Tankerrouten die Preise stark nach oben treiben, während anhaltende diplomatische Bemühungen Preisanstiege begrenzen und die Kriegsprämie schneller abbauen könnten.
Unterdessen erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, es sei wahrscheinlich, dass das iranische Regime von innen heraus kollabieren werde und befeuerte damit die Hoffnungen, dass ein Ende des Krieges näher sein könnte als befürchtet. Zudem prüfe die US-Regierung eine Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl, um die durch den Golfkonflikt stark gestiegenen Energiepreise zu senken. Auch eine einseitige Freigabe strategischer Reserven werde in Betracht gezogen.

19. März 2026

Iran greift LNG-Anlagen in Katar an

Nach den gestrigen Angriffen auf Energieanlagen im Iran hat dieser nun zahlreiche Vergeltungsschläge an Öl- und Gasanlagen in der gesamten Golfregion durchgeführt. Unter anderem bestätigt Katar Raketenangriffe auf die Industriestadt Ras Laffan und die dort befindliche größte Exportanlage für LNG weltweit. Dabei habe es schwere Schäden gegeben.

Der Komplex, von wo aus üblicherweise etwa ein Fünftel des gesamten globalen LNG-Bedarfs exportiert wird, war schon kurz nach Kriegsbeginn erstmals vom Iran angegriffen worden. Katar hatte den Betrieb in Ras Laffan daraufhin eingestellt (03.03.2026 Katar stellt LNG-Produktion ein - Preise gehen durch die Decke). Donald Trump drohte dem Iran mit Vergeltung, sollten Katars LNG-Anlagen erneut angegriffen werden.

Die Ölpreise sind nach Angriffen auf einige der wichtigsten Energieanlagen im Nahen Osten deutlich gestiegen und schüren damit Sorgen über schwerwiegendere Auswirkungen des seit fast drei Wochen andauernden Konflikts. Nach den gestrigen Angriffen auf das iranische South-Pars-Gasfeld hatte der Iran schon gestern mit Gegenangriffen gestartet, darunter auch auf Katars wichtigste LNG-Einrichtungen.

„Ein Vergeltungsangriff auf Ras Laffan ist genau das, was der globale Erdgasmarkt nach den Angriffen auf die iranischen Verarbeitungsanlagen in South Pars Tag am meisten befürchtet hat“, kommentiert Tom Marzec-Manser, Experte für Gas und LNG bei Wood Mackenzie Ltd. „Wir wissen noch nicht, welcher Teil des Industriekomplexes beschädigt wurde, aber in jedem Fall wird es die Gaspreise bei Marktöffnung am Donnerstag beflügeln.“

Seit Beginn des Krieges haben nicht nur die Gaspreise massiv zugelegt. Auch die Ölpreise sind um etwa 50 % gestiegen. Der Konflikt hat weite Teile des Nahen Ostens destabilisiert, die Exportroute durch die Straße von Hormus erheblich eingeschränkt und große Teile der Öl- und Gasproduktion beeinträchtigt. Bislang war Irans Energieindustrie jedoch weitgehend verschont geblieben, was die Sorge vor einer noch stärkeren Eskalation und langfristigen Versorgungs-engpässen gedämpft hatte. Dies scheint sich nun geändert zu haben.

„Der Markt unterschätzt weiterhin das Risiko und preist nicht vollständig ein, wie schnell sich die Lage zu direkten Angriffen auf die Energieinfrastruktur am Golf ausweiten könnte“, warnt Haris Khurshid von Karobaar Capital in Chicago. „Sollte es dazu kommen, wären 120 Dollar nicht mehr die Obergrenze, sondern der Ausgangspunkt. Preise von 140 bis 160 Dollar wären keineswegs unrealistisch“, fügt er mit Blick auf die Brent-Notierungen hinzu.

Am Markt blickt man nun mit Sorge auf die USA und Donald Trumps weiteres Vorgehen. Er hatte dem Iran gedroht, sollte dieser Katar erneut ins Visier nehmen. Anfang der Woche hatte Trump weitere Angriffe auf Irans wichtigstes Exportzentrum, die Insel Kharg, in den Raum ge-stellt. Zudem hatte er den Druck auf die Verbündeten erhöht, die USA bei der militärischen Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Auch erwäge die US-Regierung laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Entsendung tausender zusätzlicher Soldaten in den Nahen Osten, um ihre Operationen mit Bodentruppen auszubauen.

„Der Druck in der Straße von Hormus bedeutet, dass Präsident Trump nicht einfach den Sieg verkünden und sich zurückziehen kann, da dies das zugrundeliegende Problem nicht lösen würde“, kommentiert Will Todman, Senior Fellow im Nahostprogramm des Center for Strategic and International Studies. „Viele der Optionen, die Präsident Trump zur Verfügung stehen, um den Druck auf den Iran zu erhöhen, würden die Energiepreise weiter in die Höhe treiben, darunter der Versuch, die Insel Kharg einzunehmen oder die iranische Energieinfrastruktur anzugreifen.“

Analysten warnen inzwischen vor anhaltenden Störungen der globalen Ölversorgung. „Die Eskalation im Nahen Osten, gezielte Angriffe auf die Ölinfrastruktur und Verluste in der iranischen Führung deuten auf eine längerfristige Unterbrechung der Lieferketten hin“, erklärt Analystin Priyanka Sachdeva von Philip Nova.

Zusätzlichen Druck sieht die Expertin in der Geldpolitik und verweist auf die gestrige Fed-Zinsentscheidung: Die US-Notenbank habe die Zinsen zwar stabil gehalten, zugleich aber mit einem restriktiven Ausblick auf steigende Inflation und wirtschaftliche Risiken infolge des Krieges verwiesen. Heute Nachmittag steht noch der Zinsentscheid der EZB aus, wobei dieser im Lichte der aktuellen geopolitischen Lage für die Anleger am Ölmarkt wohl eher in die zweite Reihe rückt.

16. März 2026

Iran: Ölexporte von Insel Kharg unbeeinträchtigt von US-Luftschlag

Nachdem die USA am frühen Samstagmorgen Luftschläge auf iranische Militäranlagen auf der Insel Kharg, im Persischen Golf, durchgeführt hat, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars, die Ölexporte von den Häfen der Insel seien dadurch nicht beeinträchtigt worden. Die Insel ist für die Islamische Republik ein wichtiger Umschlagplatz für ihr Öl, denn der Großteil des iranischen Rohöls wird über das Terminal Kharg exportiert. Kurz vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran sollen die Ölexporte ab Kharg laut Schätzungen von JPMorgan Chase & Co. auf rund 3 Mio. B/T gestiegen sein - etwa das Dreifache der üblichen Mengen.

Kurz nach dem Angriff auf die iranischen Militäranlagen auf Kharg drohte US-Präsident Trump, auch die Ölinfrastruktur der Insel anzugreifen, sollte der Iran "irgendetwas unternehmen, das die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus behindert." Teheran drohte wiederum damit, dass "(a)lle Öl-, Wirtschafts- und Energieeinrichtungen von Ölkonzernen in der Region, die sich im Besitz der Vereinigten Staaten befinden oder mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, (...)sofort zerstört und in Schutt und Asche gelegt" würden, sollte Trump seine Drohung wahr machen.

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX setzten ihren Anstieg in der vergangenen Woche fort, wobei der europäischen Rohölkontrakt Brent erstmals seit August 2022 auch wieder Settlementpreise oberhalb von 100 Dollar pro Barrel verzeichnete. WTI gelang unterdessen am Freitag ein Settlement oberhalb der psychologisch wichtigen 95 Dollar-Marke. Und auch zu Beginn der neuen Handelswoche sorgt der Nahost-Konflikt dafür, dass die Preise an den Ölbörsen steigen.

Der wichtigste Preistreiber bleiben dabei die Sorgen hinsichtlich bereits vorhandener und noch befürchteter Angebotsausfälle, die durch den Iran-Krieg verursacht werden. Was das betrifft, forderte US-Präsident Trump zuletzt die NATO-Partner der USA und andere Länder wie China dazu auf, sich an der Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zu beteiligen.

Die US-Luftangriffe auf iranische Militäranlagen auf der Insel Kharg im Persischen Golf sowie die Drohung Trumps, auch die Ölanlagen auf der für die iranische Ölindustrie wichtigen Insel ins Visier zu nehmen, sollte Teheran den internationalen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus weiterhin behindern. "Wenn man die Infrastruktur in Kharg ausschaltet, verschwinden 2 Millionen Barrel pro Tag endgültig vom Markt – nicht [nur] bis die Sache mit der Straße von Hormus geregelt ist", so die Befürchtung von Dan Pickering, Chief Investment Officer von Pickering Energy Partners.

Während der Markt noch auf weitere Informationen dazu wartet, wie Washington für Sicherheit in der nicht nur für den internationalen Ölhandel so wichtigen Meerenge sorgen will, legte die IEA am Wochenende Details zur geplanten Freigabe strategischer Ölreserven vor. Diese wird in den Ländern des Raums Asien-Ozeanien unverzüglich beginnen, wohingegen in Europa und den amerikanischen Staaten erst Ende März Öl aus den Notreserven auf den Markt gebracht werden wird.

Vergangene Woche hatten die Marktteilnehmer auf die Ankündigung der Maßnahme kaum reagiert, nicht zuletzt auch, da sie sie bereits vorher größtenteils eingepreist hatten. Nichtsdestotrotz kam es nach dem festeren Start der Ölfutures heute Morgen erst einmal zu Gewinnmitnahmen, was allerdings auch der Meldung geschuldet gewesen sein dürfte, dass die Verladungen im emiratischen Hafen Fujairah wiederaufgenommen wurden. Der Hafen, von dem aus im Normalfall täglich rund 1 Million Barrel der Rohölsorte Murban exportiert werden, wurde kurz nach dem Angriff der USA auf iranische Militäranlagen auf der Insel Kharg zum Ziel eines Drohnenangriffs und hatte deswegen vorübergehend den Betrieb unterbrochen.

Im Verlauf der Woche werden die Trader nun nicht nur auf weitere Meldungen zu den strategischen Ölreserven und die Entwicklungen im Nahost-Konflikt achten, sondern auch auf die Zinssitzungen von Fed und EZB. Von beiden Notenbanken erwartet sich der Markt in dieser Woche zwar keine Zinsanpassungen, konkretere Hinweise auf den weiteren Zinskurs könnten die Preise an den Ölbörsen allerdings dennoch beeinflussen.

13. März 2026

USA lockern Sanktionen für russisches Öl auf See

In ihren Bemühungen, den zunehmenden Preisdruck an den Energiemärkten mindern, haben die USA eine zweite Sondergenehmigung erteilt, die es Käufern ermöglicht, russische Öllieferungen abzunehmen. Die Ausnahmeregelung ist auf 30 Tage begrenzt und erlaubt es Staaten, bereits auf See befindliches, eigentlich sanktioniertes russisches Rohöl und Ölprodukte zu kaufen.
US Finanzminister Scott Bessent erklärte in einem Post auf X , der Schritt sei als „eng begrenzte, kurzfristige Massnahme gedacht. Sie gelte ausschliesslich für Öl, das sich bereits auf dem Transportweg befinde, und werde der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen. Zuvor hatte Bessent angedeutet, dass die USA möglicherweise weiteres russisches Öl von Sanktionen ausnehmen könnten, um den Preisdruck auf dem Ölmarkt zu verringern.
Die neue Regelung erlaubt die Lieferung und den Verkauf von russischem Rohöl und Erdölprodukten, die bis zum 12. März verladen wurden. Die Regierung in Washington erweitert damit eine Ausnahmegenehmigung, die in der vergangenen Woche für Indien erteilt worden war und für Öl galt, das vor dem 5. März verschifft wurde. Die nun ausgeweitete Regelung ist nicht mehr auf Indien beschränkt, schliesst jedoch Käufe durch den Iran aus. Die neue Lizenz gilt laut Angaben des US Finanzministeriums bis zum 11. April.
Der Schritt ist der jüngste Versuch der US Regierung, die Energiepreise zu stabilisieren. Zuvor hatten US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran sowie die anschliessende Schliessung der Strasse von Hormus wichtige Öl und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten unterbrochen und die Preise in die Höhe schnellen lassen. Am Mittwoch hatte Washington deshalb zugestimmt, 172 Mio. Barrel Öl aus der strategischen Erdölreserve freizugeben. Diese ist Teil einer umfassenderen Vereinbarung der 32 Mitgliedstaaten der IEA, insgesamt 400 Mio. Barrel Öl aus den Notfallvorräten auf den Markt zu bringen.

Nach einer der volatilsten Handelswochen aller Zeiten steuern die Ölpreise am Freitag auf ein neues Wochenplus zu. Trotz der amerikanischen Bemühungen, durch Sanktionslockerungen gegen Russland die Preise zu senken, handelt die Nordseesorte Brent weiterhin im Bereich von 100 Dollar je Barrel. Die Marktteilnehmer stellen sich auf weitere Turbulenzen ein, nachdem der Iran angekündigt hat, die Strasse von Hormus faktisch geschlossen zu halten.
Die IEA warnte am Donnerstag, dass die aktuelle Unterbrechung der Ölversorgung die grösste in der Geschichte des globalen Ölmarktes darstelle. Bereits am Vortag hatten die Mitgliedsstaaten eine historische Freigabe strategischer Reserven beschlossen, um die Preise zu dämpfen. In Abstimmung mit der IEA sollen insgesamt 400 Mio. Barrel aus den für den Notfall vorgesehenen Lagerbeständen auf den Markt kommen, darunter 172 Mio. Barrel aus den USA.
Dies ist die schwerwiegendste Unterbrechung der Ölversorgung seit den 1970er Jahren, fürchtet auch Philip Jones Lux, Senior Market Analyst bei Sparta Commodities, und nimmt Bezug auf frühere Versorgungskrisen im Nahen Osten. Die Freigabe der IEA könne zwar verhindern, dass die Preise in stratosphärische Höhen steigen, werde jedoch vermutlich nur kurzfristig Wirkung zeigen.
Auch Marktanalyst Emril Jamil von LSEG sieht die Maßnahmen skeptisch: Die Brent Futures an der ICE haben die Marke von 100 Dollar bereits überschritten und werden weiterhin gestützt trotz der Versuche, die Märkte mit der Ausnahmegenehmigung für russisches Öl und der beispiellosen Freigabe strategischer Reserven zu beruhigen. Aus Sicht des Marktes handele es sich lediglich um eine kurzfristige Lösung, die das grundlegende Problem der Angebotsknappheit nicht behebe. Die Terminstruktur der Ölpreise deute weiterhin auf eine anhaltend enge Versorgung hin.
Insgesamt bleibt der Ölmarkt von anhaltenden Unsicherheiten und damit auch starker Volatilität geprägt. Allein in dieser Woche bewegte sich die US Referenzsorte WTI in einer Spanne von rund 43 Dollar der grössten seit der Pandemiephase, als die Preise zeitweise sogar ins Negative rutschten. Brent schwankte in einer Bandbreite von etwa 38 Dollar. Angesichts des andauernden Krieges am Persischen Golf dürfte es auch in den kommenden Wochen immer wieder zu ähnlichen Kursschwankungen kommen.

12. März 2026

Iran droht mit Wirtschaftsschock und verstärkt Angriffswellen

Der Iran setzt seine Drohung, den Westen an seiner wirtschaftlich schwächsten Stelle zu treffen, offenbar um und hat seine Angriffe auf Energietransporte und Ölanlagen im gesamten Nahen Osten verstärkt. Zuletzt hieß es, zwei Öltanker seien von iranischen Streitkräften vor dem Irak in Brand gesetzt worden.

Teherans geschwächtes Regime hatte zuvor deutlich gemacht, dass es einen lang anhaltenden globalen Wirtschaftsschock auslösen will. Der Sprecher des iranischen Militärkommandos sagte am Mittwoch in einer an die USA gerichteten Botschaft: „Macht euch darauf gefasst, dass der Ölpreis bei 200 Dollar pro Barrel liegen wird, denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die ihr destabilisiert habt.“

Der Iran hat seit gestern seine Angriffe auf Öl und Transporteinrichtungen im Nahen Osten ausgeweitet und damit für einen neuerlichen Preissprung an den Börsen gesorgt. Trotz der gestern beschlossenen Rekord-Freigabe aus den SPRs fürchtet man am Markt eine Ausweitung des Krieges und eine lang anhaltende Unterbrechung der Ölströme.

Im Lichte der sich verschlechternden Sicherheitslage hat der Oman inzwischen die Evakuierung seines wichtigsten Ölhafens angeordnet, einem der wenigen in der Region, von wo aus zuletzt noch Mengen verladen wurden. Die Maßnahme macht die weitreichenden Auswirkungen der Eskalation in der Region deutlich. Anzeichen für eine Entspannung im Golf gebe es derzeit nicht, erklärten Analysten der ING am Donnerstag. Daher sei auch kein Ende der Störungen im Öltransport durch die Straße von Hormus absehbar.

„Der einzige Faktor, der die Ölpreise wirklich wieder nach unten bringen könnte, wäre eine Wiederöffnung der Straße von Hormus“, kommentiert auch Neil Beveridge, Forschungsdirektor bei Sanford C. Bernstein & Co. Die Freigabe strategischer Reserven stehe „in keinem Verhältnis zu den rund 20 Mio. B/T“, die durch die Blockade der Passage ausfallen könnten, fügte er hinzu.

Die Internationale Energieagentur (IEA), die die strategischen Notvorräte für insgesamt 32 Mitgliedsländer verwaltet, hatte sich gestern darauf verständigt, bis zu 400 Mio. Barrel Öl aus den SPRs auf den Markt zu bringen. Den größten Anteil daran werden die USA mit 172 Mio. B/T liefern. Der weltweite Verbrauch liegt bei etwas mehr als 100 Mio. B/T; die Ausfälle im Nahen Osten belaufen sich aktuell auf etwa 6 Mio. B/T. Mit anhaltender Sperrung der Straße von Hormus dürfte diese Menge allerdings weiter steigen.

„Genau davor hatte ich bei der Freigabe der IEA gewarnt – sie wird völlig ignoriert, und jetzt liegen die Preise noch höher“, ärgert sich Darrell Fletcher, Managing Director für Rohstoffe bei Bannockburn Capital Markets. „Möglicherweise hat sie das falsche Signal gesendet. Wissen sie etwas, was wir nicht wissen?“

Auch Tina Teng, Marktstrategin bei ANZ, sieht die Maßnahme nur als vorübergehende Entlastung. Die Freigabe der Reserven könne lediglich kurzfristig helfen, da Störungen bei Öllieferungen durch die Straße von Hormus sowie größere Produktionsausfälle in einigen Ländern des Nahen Ostens langfristig zu einem Angebotsengpass führen könnten.

Bei der ING verweist man zudem auf die Unsicherheiten darüber, wie schnell das freigegebene Öl tatsächlich auf den Markt gelangen kann – und ob die Menge ausreichen wird, um die Nachfrage zu decken, bis wieder Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird.

Solange die Anleger an den Ölmärkten die SPR-Freigabe ignorieren, bleibt die fundamentale Einschätzung der Marktlage bullish. Daran wird wohl auch der heute noch erwartete IEA-Monatsbericht nichts ändern, der aller Wahrscheinlichkeit nach etwas bullisher ausfallen dürfte als in den Vormonaten. Am Markt waren aber auch schon die Berichte von EIA und OPEC mehr oder weniger ignoriert worden.

11. März 2026

IEA prüft Rekord Freigabe aus strategischen Ölreserven

Die International Energy Agency (IEA) erwägt laut einem Bericht des Wall Street Journal die grösste Freigabe strategischer Ölreserven in ihrer Geschichte. Demnach könnte die geplante Freigabe sogar die 182 Mio. Barrel übertreffen, die im Jahr 2022 nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine auf den Markt gebracht wurden. Wie hoch sie genau ausfallen soll, ist noch nicht bekannt.
Offenbar will die IEA schon heute über einen entsprechenden Vorschlag entscheiden. Der Plan könnte angenommen werden, sofern keines der 32 Mitgliedsländer Einspruch erhebt. Bereits der Widerstand eines einzelnen Staates könnte die Massnahme jedoch verzögern. Die Energieminister der G7 hatten sich am Dienstag noch nicht auf eine Freigabe aus den SPRs festlegen wollen und stattdessen die IEA gebeten, zunächst eine Bewertung der Lage vorzunehmen.
Zwar steht derzeit kein Land vor einer physischen Rohölknappheit, doch die Preise steigen deutlich, und die Situation einfach laufen zu lassen, ist keine Option, hiess es von einer mit den Beratungen vertrauten G7-Quelle. Grundsätzlich unterstützten die G7 Staaten eine koordinierte Freigabe von Ölreserven durch die IEA, so die Quelle. Eine tatsächliche Freigabe könne jedoch nicht sofort beginnen. Fragen zum Gesamtvolumen, zur Aufteilung auf einzelne Länder und zum Zeitpunkt müssten noch geklärt werden.

Die hohe Volatilität an den Ölbörsen setzt sich auch zur Wochenmitte fort, nachdem die Preise am Montag zeitweise über 100 Dollar gestiegen waren. Nach wie vor bleibt der Iran Krieg das entscheide Thema am Markt, wobei der Fokus heute auf Meldungen zu einer möglichen Rekord-Freigabe aus den Strategischen Ölreserven liegt.
Die faktische Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran, durch die normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte abgewickelt wird, hat dazu geführt, dass große Golf-Produzenten wie Irak oder Saudi Arabien ihre Förderung zurückfahren mussten (10.03.2026 Iran-Krieg: Globale Ölproduktion um über 6% eingebrochen). Gleichzeitig sind die Preise für Rohöl, Erdgas und Ölprodukte wie Benzin und Diesel massiv gestiegen.
Eine mögliche Freigabe von IEA Reserven sei deshalb sowohl ein Druckventil als auch ein Warnsignal, kommentiert Charu Chanana, Chef Investmentstrategin bei Saxo Markets. Sie kann vorübergehend zusätzliches Angebot schaffen und Panik begrenzen, signalisiert dem Markt aber zugleich, dass das Risiko einer Unterbrechung ernst genug für Notfallmassnahmen ist.
Zuletzt waren es auch Kommentare aus Washington gewesen, die für eine Entspannung der Preisrally gesorgt hatten, obwohl die Aussagen von Donald Trump und seiner Regierung zum Krieg und zur Lage der Schifffahrt in der Strasse von Hormus gewohnt widersprüchlich ausfielen. Energieminister Chris Wright veröffentlichte eine Mitteilung und löschte sie kurz danach wieder, wonach die US-Marine einen Öltanker durch die Meerenge eskortiert habe. Das Weisse Haus räumte anschliessend ein, dass ein solcher Einsatz nicht stattgefunden habe.
Zudem sorgten widersprüchliche Beiträge von Präsident Donald Trump in sozialen Medien über mögliche Minen in der Meerenge für weitere Verunsicherung. Trump steht wegen des Krieges unter wachsendem wirtschaftlichen und politischen Druck. Zwar erklärte er am späten Montag, der Konflikt werde bald enden. US-Vertreter signalisierten jedoch am Dienstag, dass militärische Operationen ausgeweitet werden und diplomatische Gespräche kaum in Sicht seien.

10. März 2026

Trump: Krieg mit Iran könnte "sehr bald" beendet sein

In einem Interview mit dem Sender CBS News gab US-Präsident Donald Trump am gestrigen Montag an, er sei der Ansicht, dass die USA bei ihrem Militärschlag gegen den Iran dem eigenen Zeitplan "sehr weit voraus" seien. Dass der Krieg noch in dieser Woche enden wird, schloss Trump jedoch aus. Ursprünglich waren vier bis fünf Wochen angesetzt worden, um die Ziele des Angriffs zu erreichen, wobei sich viele - darunter auch Mitglieder des US-Kongresses - noch immer nicht sicher sind, was diese Ziele eigentlich sind.

Eine Lösung auf diplomatischem Wege scheint zumindest für den Iran nicht in Frage zu kommen. So schloss der iranische Außenminister Abbas Araghchi Verhandlungen aus und verwies dabei auf die Atomgespräche. "Nach drei Verhandlungsrunden, in denen das amerikanische Team selbst erklärte, wir hätten große Fortschritte erzielt, entschieden sie sich dennoch für einen Angriff. Daher glaube ich nicht, dass weitere Gespräche mit den Amerikanern noch auf unserer Tagesordnung stehen werden“, so der Minister am Montag in einem Interview mit PBS News.

Bereits im gestrigen Tagesverlauf gaben die Rohölpreise wieder deutlich nach, nachdem sie noch am Morgen an der 120 Dollar-Marke gekratzt hatten - ein Niveau, dass seit 2022 nicht mehr erreicht wurde, dem Jahr in dem der Ukraine-Krieg begann. Am späten Abend sorgten dann Äußerungen von US-Präsident Trump noch dafür, dass Brent und WTI zumindest kurzzeitig wieder in den Bereich um die 85 Dollar pro Barrel fielen.

Trumps Ankündigung, dass der Iran-Krieg bald vorbei sein könnte sorgte dabei ebenso für Abwärtsdruck wie die Erwähnung möglicher weiterer Sanktions-Ausnahmen. Wie alles, was der US-Präsident so von sich gibt, sind allerdings auch seine jüngsten Äußerungen mit Vorsicht zu genießen. Auch Vandana Hari, die Gründerin des Marktanalyseunternehmens Vanda Insights ist skeptisch: "Trumps Aussage, der Iran-Krieg werde bald beendet sein, ist kaum die Rückversicherung, die dazu führen wird, dass Tanker wieder normal durch die Straße von Hormus fahren", so Hari, die darauf hinweist, dass die Marktteilnehmer aufgrund der jüngsten Schlagzeilen zu Panik-Verkäufen neigen könnten.

Auch der Energiemarkt-Experte der DBS Bank, Suvro Sarkar, hält dies für möglich. "Trumps Äußerungen über einen kurzlebigen Krieg haben die Märkte eindeutig beruhigt. Während es gestern [Morgen, Anm. d. Red.] eine Überreaktion nach oben gab, glauben wir, dass es heute eine Überreaktion nach unten gibt“, sagt Sarkar, der gleichzeitig warnt, dass der Markt die Ri-siken für Brent auf diesen Preisniveaus unterschätze.

Dies scheint nicht allzu weit hergeholt, denn einerseits hält das iranische Regime offenbar nichts von Kapitulation und andererseits nimmt die Zahl der Golfstaaten, die ihre Fördermengen mangels Lagerkapazitäten drosseln, beinahe stetig zu. Die Frage wird nun sein, ob Washington tatsächlich weitere Ausnahmen bei seinen Sanktionen gewähren wird und auch, ob und wenn ja, wann die IEA oder die G7 noch durch die Freigabe strategischer Ölreserven in den Markt eingreifen werden. Bislang scheint man dies nicht für nötig zu halten.

Wie die IEA die aktuelle Lage und den Ausblick für den Markt derzeit einschätzt, wird sich am Donnerstagvormittag zeigen, wenn die Behörde ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlicht. Der Monatsreport der EIA steht bereits heute Abend auf der Agenda. Aufgrund der in den USA bereits erfolgten Umstellung auf Sommerzeit ist dieser heute schon um 17 Uhr fällig. Ebenfalls eine Stunde früher als üblich, also um 21:30 Uhr stehen heute die US-Ölbestandsschätzungen des API für die Woche zum 6. März an. Der Monatsbericht der OPEC erscheint am Mittwochnachmittag.

9. März 2026

Auch VAE und Kuwait drosseln Produktion

Nach dem Irak haben nun auch die OPEC-Mitglieder Kuwait und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) ihre Produktion vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs gedrosselt. Grund für die Maßnahme ist, dass den beiden Ländern die freien Lagerkapazitäten ausgehen, da sie ihr Öl derzeit nicht über die Straße von Hormus nicht exportieren können. Für gewöhnlich wird die für den internationalen Ölhandel so wichtige Meerenge täglich von durchschnittlich 138 Schiffen durchfahren. Am vergangenen Donnerstag ließ der Iran gerade noch zwei Tanker durch das Nadelöhr hindurch.

Wie stark die Produktion der beiden OPEC-Mitglieder reduziert wurde, ist noch unklar. Vom emiratischen Unternehmen Adnoc ist nur bekannt, dass es die Förderung der Offshore-Anlagen gedrosselt hat. Aus Kuwait hieß es außerdem, dass auch der Durchsatz an den Raffinerien verringert worden sei.

Hatte der Nordsee-Rohölkontrakt Brent am Freitag noch die 90 Dollar-Marke überschritten, so notierte er am frühen Montagmorgen bereits knapp unterhalb von 120 Dollar pro Barrel. Selbst die US-Sorte WTI, die bislang mit einem Abschlag von mehreren Dollar pro Barrel zu Brent gehandelt wurde, näherte sich diesem Niveau kurz.

"Die heftige Reaktion rührt daher, dass die Märkte in dem eskalierenden Nahostkonflikt, der sich zu einer Pattsituation mit hohem Einsatz entwickelt hat, keinen Ausweg sehen. Keine der beiden Seiten scheint bereit zu sein, nachzugeben", erklärt IG-Analyst Tony Sycamore das hohe Preisniveau in einer Mitteilung und fügt hinzu: "Das Risiko nachhaltiger wirtschaftlicher Schäden wächst täglich."

Auch wenn sich Irans Präsident Masud Peseschkian am Wochenende bei den anderen Golfstaaten entschuldigt und angegeben hatte, Teheran werde seine Angriffe beenden, wenn wiederum aus den anderen Staaten in der Region keine Angriffe mehr auf den Iran durchgeführt würden, trug dies nicht einer Entspannung bei. Denn gegenüber den USA kündigte Peseschkian an, dass sich der Iran nicht bedingungslos ergeben werde. US-Präsident Trump schrieb daraufhin in einem Post auf Truth Social die US-Militärschläge gegen die Islamische Republik würden andauern "bis sie kapitulieren, oder wahrscheinlicher, vollkommen zusammenbrechen!"

Und während der Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei als dessen neuer Nachfolger wohl bereits eine unsichtbare Zielscheibe auf seinem Rücken tragen dürfte, fragt man sich am Markt, wie stark die Ausfälle am Ölangebot aus den Golfstaaten noch werden, nachdem mittlerweile nicht nur der Irak, sondern auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate vor dem Hintergrund der nicht befahrbaren Straße von Hormus mangels freier Lagerkapazitäten ihre Fördermengen bereits gedrosselt haben und Saudi-Arabien am Wochenende einen Droh-nenangriff aus dem Iran auf das Shaiba-Ölfeld im Süden des Königreichs abwehren musste.

Nach Meinung von Haris Khurshid wiegt die Unterbrechung der Ölströme über die Straße von Hormus für die Marktteilnehmer allerdings noch schwerer, als die Produktionsausfälle. "Produktionsstillstände sind zwar von Bedeutung, aber der Markt sorgt sich vor allem darum, dass die Öllieferungen nicht mehr möglich sind“, so der CIO von Karobaar Capital LP. Und dass die IEA zur Überbrückung Öl aus ihren strategischen Reserven freigibt, steht - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt - offenbar noch nicht zur Debatte.

Im weiteren Wochenverlauf werden die drei wichtigsten Institutionen am Ölmarkt - EIA, OPEC und IEA - ihre aktuellen Monatsberichte herausgeben. Angesichts der jüngsten geopolitischen Entwicklungen werden die Marktteilnehmer diesmal vermutlich gespannter auf die Berichte sein als üblich. Wegen der in den USA am Wochenende bereits erfolgten Umstellung auf Sommerzeit erscheint der Bericht der EIA am Dienstagabend auch eine Stunde früher als gewohnt. Gleiches gilt für die US-Ölbestandsdaten von API und DOE, die diese Woche am Dienstag um 21.30 Uhr bzw. am Mittwoch um 15:30 Uhr fällig sind.

6. März 2026

USA gewähren Indien bei Russland-Sanktionen Ausnahmen

Die US-Regierung hat Indien am gestrigen Donnerstag Ausnahmen bei den Sanktionen hinsichtlich des Kaufs von russischem Öl gewährt. Die Raffinerien der Republik hatten aufgrund des starken Rückgangs der Exporte an Rohöl aus dem Nahen Osten über die Strasse von Hormus bereits teilweise Force Majeure für ihre Produkte erklären müssen.
Das Office of Foreign Asset Control des US-Finanzministeriums veröffentlichte am Donnerstag daher eine vorübergehende Genehmigung, auf Basis derer Indien seine Käufe von Rohöl aus Russland vorübergehend steigern darf. Die Sondergenehmigung gilt allerdings nur für Transaktionen, bei denen das Rohöl und/oder die Produkte aus Russland vor dem 5. März verladen wurden und nur, sofern die Lieferung nach Indien erfolgt und das Öl von einem indischen Unternehmen gekauft wird. Die Genehmigung läuft am 4. April um 0:01 Uhr Washingtoner Zeit aus.
Noch im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung Indien Strafzölle aufgebrummt, weil das Land trotz Sanktionen weiterhin umfangreiche Mengen an russischem Rohöl bezog. Im Rahmen der Verhandlungen über ein Handelsabkommen hatte Neu Delhi schliesslich angekündigt, man werde sich nach Alternativen umsehen und die Importmengen aus Russland reduziert. US-Finanzminister Bessent kommentierte die Sondergenehmigung in einem Post auf dem Kurzmitteilungsdienst X mit den Worten: Diese bewusst kurzfristige Maßnahme wird der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Nutzen bringen, da sie nur Transaktionen mit bereits auf dem Meer gestrandetem Öl genehmigt.

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran hat den Rohölpreisen an ICE und NYMEX in dieser Woche zu einem signifikanten Anstieg und neuen Langzeithochs verholfen. Während WTI gestern erstmals seit Mitte Januar 2025 wieder ein Settlement oberhalb von 80 Dollar verzeichnete, gelang Brent zum ersten Mal seit Juli 2024 wieder ein Settlement oberhalb von 85 Dollar. Die Möglichkeit einer Intervention der US-Regierung an den Terminmärkten für Öl sorgten heute Morgen allerdings zunächst dafür, dass die beiden Rohölkontrakte unterhalb der genannten psychologisch wichtigen Preisniveaus starteten.
Sollte die US-Regierung vor dem Wochenende noch konkrete Massnahmen verkünden, könnte dies die Ölfutures an den Börsen am letzten Handelstag der Woche noch massgeblich beeinflussen. Bereits durchgewunken wurde am gestrigen Donnerstag derweil eine Ausnahmegenehmigung für Indiens Rohölimporte aus Russland, die allerdings nur für März gilt und auch nur für Öl, dass bereits auf dem Weg ist.
Unterdessen tickt für die Ölproduzenten im Nahen Osten die Uhr, da sich deren Lager aufgrund der über die Straße von Hormus nicht mehr möglichen Exporte füllen. So werden die Ölfutures weniger durch tatsächliche Schäden an den Ölanlagen gestützt, sondern vielmehr durch die Drosselung der Produktion, zu denen die sich füllenden Lager einige Länder besonders den Irak veranlassen.
Ob die US-Regierung, wie bereits im Frühjahr 2022 - nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine erneut Mengen aus den strategischen Reserven freigeben wird, um das weltweite Angebot zu erhöhen, bleibt abzuwarten. Die Massnahme steht offenbar zwar zur Debatte, verabschiedet wurde sie jedoch noch nicht.
So könnten die aktuell hohen Preisniveaus laut der Analystin Samantha Dart von der Investmentbank Goldman Sachs noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Angenommen, der Ölfluss durch die Strasse von Hormus bleibt weitere fünf Wochen sehr gering, so eine Beispielrechnung Darts bei einem Interview mit dem Sender Bloomberg Television, in dem sie fortfährt: Dann wäre es möglich, dass der Brent-Preis die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschreitet.
Aktuell lässt Brent erst einmal wieder die 85 Dollar-Marke hinter sich und nähert sich allmählich wie auch WTI dem Hoch von Donnerstag. Gasoil hat bis zum Vortageshoch noch mehr Spielraum. Dennoch zeichnet sich bei den Inlandspreisen derzeit im Vergleich zu gestern leichtes Aufwärtspotenzial ab.

5. März 2026

China stoppt Treibstoffexporte wegen Iran-Krieg

Die chinesische Regierung hat die größten Ölraffinerien des Landes angewiesen, ihre Exporte von Diesel und Benzin vorübergehend auszusetzen. Der größte Ölimporteur der Welt reagiert damit auf die Lieferunterbrechungen am Persischen Golf in Folge des Irankrieges.

Den Raffinerien wurde demnach von der obersten chinesischen Wirtschaftsplanungsbehörde aufgetragen, keine neuen Exportverträge mehr abzuschließen und über die Stornierung bereits vereinbarter Lieferungen zu verhandeln. Zu den Unternehmen, die regelmäßig staatliche Exportquoten für Kraftstoffe erhalten, zählen PetroChina, Sinopec, CNOOC, die Sinochem Group sowie der private Raffineriebetreiber Zhejiang Petrochemical.

Weiterhin bleibt der Krieg im Iran und all seine Auswirkungen das Hauptthema am Ölmarkt. Nach der gestrigen Verschnaufpause legen die Kurse an ICE und NYMEX heute auch schon wieder zu und setzen ihre Preisrally fort. Grund für den Anstieg ist dabei vor allem die Blockade der Straße von Hormus.

Die abrupte Exportunterbrechung – üblicherweise werden täglich über 20 Mio. Barrel an Rohöl und Produkten durch die Wasserstraße transportiert – macht sich inzwischen vielfach bemerkbar. So hat der Irak, der zweitgrößte Rohölproduzent innerhalb der OPEC, hat seine Förderung um fast 1,5 Mio. B/T reduziert, da die Lagerkapazitäten knapp werden.

Katar, der größte Produzent von Flüssigerdgas (LNG) am Golf, hatte schon am Dienstag seine Produktion eingestellt und erklärte am Mittwoch „Force Majeure“ für seine Gasexporte. Branchenquellen zufolge könnte es mindestens einen Monat dauern, bis die Produktion wieder auf das übliche Niveau zurückkehrt.

Unterdessen beschießt der Iran weiter Schiffe in der gesamten Golf-Region. So meldete die britische Marienaufsicht (UKMTO) erst gestern wieder eine Explosion an einem Tanker vor der Küste Kuwaits. Teheran hatte wiederholt gedroht, jedes Schiff anzugreifen, das versucht, die Straße von Hormus zu passieren. Schätzungen zufolge stecken derzeit rund 329 Öltanker im Golf fest.

Nach Einschätzung von Analysten der Großbank J.P. Morgan bleibe das Risiko für die Schifffahrt zwar extrem hoch, allerdings habe der Iran bislang weitgehend darauf verzichtet, die kritischste Energieinfrastruktur direkt anzugreifen. „Die vorhandenen Lagerkapazitäten in den Staaten des Golf-Kooperationsrats [Saudi-Arabien, VAE, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain, Anm. d.Red.] sowie die aktuellen Energiepreise begrenzen die mögliche Dauer der US-Militäroperation“, glauben die Analysten.

Sie weisen darauf hin, dass im Falle einer Öffnung der Straße von Hormus recht schnell wieder Normalbetrieb hergestellt werden könne. Die meisten Ölfelder wären innerhalb weniger Tage wieder online, während die volle Förderkapazität in der Regel nach zwei bis drei Wochen erreicht werde, so die Experten.

Noch sieht es aber nicht danach aus, dass ein Ende der Sperrung oder der Kampfhandlungen im Nahen Osten greifbar wäre. Entsprechend hoch bleibt der Risikoaufschlag, den die Anleger einpreisen, und auch die Angst vor lang anhaltenden Angebotsunterbrechungen, die das ge-samte Ölmarktgefüge heftig durcheinanderwirbeln würden.

3. März 2026

Iran: Jedes Schiff in Straße von Hormus potenzielles Ziel

Am Montagmorgen hatte es zwar bereits Meldungen über Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus gegeben, von einer Sperrung der für den internationalen Öl- und Gashandel so wichtigen Meerenge durch den Iran war offiziell jedoch noch nicht die Rede gewesen. Mittlerweile hat Teheran die Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt allerdings gesperrt. Dies gab Ebrahim Jabbari, ein Berater des Kommandeurs der Is-lamischen Revolutionsgarden, gegenüber iranischen Medien an.

Jabbari warnte, dass jedes Schiff, das versuche, durch die Straße von Hormus zu fahren, zum Ziel werde und kündigte an, der Iran werde auch "die Ölleitungen der Feinde" angreifen und Ölexporte aus der Region verhindern. Bereits gestern wurden vier Öltanker in der Straße von Hormus vom Iran angegriffen, darunter der mit Kraftstoffen beladene Athena Nova, die Teheran Verbündeten der USA zuordnete.

Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA bzw. Israel und dem Iran führte Anfang der Woche zu einem massiven Preissprung an den Öl- und Gasbörsen. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Rohölsorte Brent kostete zum gestrigen Settlementzeitpunkt fast 5 Dollar mehr als noch beim Settlement am Freitag. Damit lag der Settlementpreis von Brent allerdings wieder unterhalb des psychologisch wichtigen Preisniveaus von 80 Dollar, das der Kontrakt am frühen Montagmorgen noch weit überschritten hatte. Heute Morgen legen die Kontrakte an ICE und NYMEX aber schon wieder zu.

"Da eine schnelle Deeskalation nicht in Sicht ist, die Straße von Hormus faktisch geschlossen ist und der Iran die Bereitschaft zeigt, die Energieinfrastruktur in der Region anzugreifen, bleiben Aufwärtsrisiken bestehen und nehmen mit der Dauer des Konflikts zu“, erklärt der Analyst Tony Sycamore von IG zum derzeit wohl stärksten preistreibenden Faktor in einer Mitteilung.

Aus Teheran hieß es nun, jedes Schiff, in der Meerenge, die im Normalfall täglich von Tankern durchfahren wird, die bis zu 21 Mio. Barrel Öl und 20 % des weltweiten Bedarfs an Flüssiggas geladen haben, sei ein potenzielles Ziel. Dementsprechend werden die Reedereien so gut es geht versuchen, die Tanker über andere Routen zu ihren Bestimmungsorten zu schicken, was längere Transportzeiten und damit auch höhere -kosten bedeutet. Schätzungen der Investmentbank JP Morgan zufolge sollen allein die Rohölexporte über die Meerenge bereits auf 4 Mio. B/T gesunken sein, was gerade mal einem Viertel dessen entspricht, was laut der Bank normalerweise über diese Route ausgeführt wird.

Die angekündigte Wiederaufnahme der Produktionssteigerung der acht OPEC+-Länder, die ihre Förderung seit Anfang 2024 stärker gekürzt hatten als nötig, dämpft diesen bullishen Aspekt aktuell kaum. Dies liegt einerseits daran, dass die sogenannten OPEC8+ die Rückführung der freiwilligen Kürzungen erst zum April wieder aufnehmen werden und andererseits daran, dass die Frage ist, wie viel von den angekündigten 206.000 B/T überhaupt zu einem Anstieg des weltweiten Angebots beitragen. Nicht nur, dass Produktionseinbußen in anderen OPEC+-Ländern den Angebotszuwachs dezimieren könnten, auch dürfte es für einige der acht Länder bei einer fortwährenden Sperrung der Straße von Hormus schwer werden, die zusätzlichen Fördermengen zu exportieren.

Zahlreiche Analysten versuchen derzeit, ihre Preiserwartungen auf die Situation abzustimmen. So rechnet man beispielsweise bei Wood Mackenzie damit, dass der Rohölpreis über 100 Dollar pro Barrel steigen könnte, sollte der Weg durch die Straße von Hormus nicht bald wieder frei werden. Die Analysten von Bernstein korrigierten derweil ihre Preisprognose für Brent für das laufende Jahr auf 80 Dollar pro Barrel nach oben, was einer Aufwärtskorrektur um 15 Dollar zur vorherigen Erwartung entspricht. Sollte der Konflikt allerdings wesentlich länger andauern als bislang angenommen, halten sie sogar einen Preisanstieg auf 120 bis 150 Dollar pro Barrel für möglich.

US-Präsident Trump hatte zunächst angegeben, der Krieg gegen den Iran dürfte etwa vier Wochen dauern. Er selbst und auch US-Außenminister Pete Hegseth haben jedoch mittlerweile auch bereits von einem etwas längeren Zeitraum gesprochen. Die Frage ist außerdem, wie stark die Erdgas- und Ölförderung der Region noch durch den Konflikt in Mitleidenschaft gezogen werden wird. Erste Unternehmen haben den Produktionsbetrieb an ihren Anlagen bereits aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Wie viele noch hinzukommen bleibt abzuwarten.

27. Februar 2026

USA/Iran: Gespräche sollen weiter gehen Militärischer Druck bleibt hoch

Glaubt man dem iranischen Aussenminister Abbas Aragtschi, sind bei der gestrigen dritten Verhandlungsrunde in Genf grosse Fortschritte erzielt worden. Ab Montag seien technische Gespräche in Wien geplant und auch auf politischer Ebene soll weiter verhandelt werden. Wie greifbar ein neues Atomabkommen tatsächlich ist bleibt abzuwarten. Die USA schliessen einen Militärschlag unterdessen weiterhin nicht aus.
Aragtschi bezeichnete die gestrigen Gespräche als die beste und ernsthafteste Runde und sagte vor Reportern: Vielleicht war die Ernsthaftigkeit für das Erreichen einer Einigung sichtbarer als zuvor. Die US-Delegation hielt sich bedeckt, hier gab es kein offizielles Statement über den Verlauf der Verhandlungen. Am Montag soll es nun in Wien Gespräche auf technischer Ebene geben, bei denen es um den Vorschlag für ein neues Atomabkommen gehen wird. Deshalb werden auch Vertreter der Internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA teilnehmen.
Aus Ölmarktsicht sind das erst einmal gute Nachrichten, auch wenn die sprichwörtliche Kuh noch nicht vom Eis ist und die amerikanische Drohkulisse gross bleibt. In einem Interview mit der Washington Post sagte US-Vizepräsident JD Vance zwar, dass ein jahrelanger Krieg ohne absehbares Ende im Nahen Osten nicht passieren werde, darin steckt aber auch die Aussage, dass kurze, heftige Angriffe wie etwa letzten Juni, als Israel und die USA gemeinsam die iranischen Atomanlagen zerbombten im Rahmen des Möglichen liegen. Vance sagte, er wisse nicht, wie sich Trump entscheiden werde. Als Optionen beschrieb er sowohl Militärschläge um sicherzustellen, dass der Iran keine Atomwaffe bekommt, als auch eine diplomatische Lösung.

Nach einem extrem volatilen Donnerstag scheinen sich die Ölbörsen heute erst einmal wieder zu stabilisieren, nachdem die USA und der Iran ihre Atomgespräche in der kommenden Woche fortsetzen wollen. Gleichzeitig richtet sich ein Teil der Aufmerksamkeit am Markt nun auch wieder auf die OPEC+, die am Sonntag eine erneute Ausweitung der Fördermengen beschliessen dürfte.
Die gestrige Verhandlungsrunde zwischen Teheran und Washington hatte zwar keinen Durchbruch gebracht, aber auch (noch) nicht die befürchtete Militäreskalation. Dennoch bleibt das Risiko hoch, denn vieles deutet darauf hin, dass vor allem das Thema Urananreicherung eine kaum zu überwindende Hürde bleibt. Die Vereinigten Staaten wollen hier keine Kompromisse machen, denn sie befürchten, dass der Iran eine Atombombe bauen könnte. Teheran bestreitet das vehement.
US-Präsident Trump hat die grösste militärische Aufrüstung im Nahen Osten seit dem Zweiten Golfkrieg 2003 angeordnet und dem Iran immer wieder mit Angriffen gedroht, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Gleichzeitig hatte er jedoch auch wiederholt seine Präferenz für eine diplomatische Lösung signalisiert. In der vergangenen Woche hatte er Teheran eine Frist von zehn bis 15 Tagen für ein Abkommen gesetzt.
Haris Khurshid, Chief Investment Officer bei Karobaar Capital, kommentiert die gestrigen Gespräche folgendermassen: Es gibt keinen neuen Schock, und sowohl Eskalation als auch Diplomatie stehen weiterhin im Raum. Er rechnet jedoch auch weiterhin mit hoher Volatilität, die er mit dem Schwanken zwischen wachsendem Risiko und gleichzeitig ausbleibenden Verknappungen am physischen Markt begründet.
June Goh, leitende Analystin bei Sparta Commodities, erklärte, der Ton der Gespräche deute auf geringe Kompromissbereitschaft beider Seiten hin. Die Wahrscheinlichkeit eines US-Militärschlags gegen den Iran steige, wenngleich ein etwaiger Einsatz wohl begrenzt bliebe. Händler verharren vor dem Wochenende in einer abwartenden Haltung einerseits angesichts zunehmender Spannungen mit dem Iran, andererseits mit Blick auf das OPEC+-Treffen am Sonntag, bei dem eine Produktionsanhebung wahrscheinlich ist, fügt sie an.
Überraschungen dürfte es bei dem OPEC+ Meeting wohl keine geben, denn die Signale im Vorfeld waren klar. Schon letztes Jahr hatten die acht Länder, die sich an freiwilligen Zusatzkürzungen beteiligen, angekündigt, nach einer Pause im nachfrageschwächsten ersten Quartal ab April wieder mit dem Abbau der freiwilligen Kürzungen zu beginnen. Zuletzt hiess es aus Insiderkreisen, dass am Sonntag wahrscheinlich eine Förderanhebung um 137.000 ab April beschlossen werden dürfte.

26. Februar 2026

Nahost-Produzenten wappnen sich gegen US-Militärschlag gegen Iran

Die Möglichkeit eines Militärschlags der USA gegen den Iran scheint nicht nur in der Islamischen Republik dafür zu sorgen, dass man das eigene Öl schon einmal aus der Schusslinie nimmt (25.02.2026 Iran fährt Ölverladungen hoch in Sorge vor US-Angriffen). Auch andere Ölproduzenten in Nahost treffen offenbar Sicherheitsvorkehrungen für den ein militärisches Vorgehens der USA gegen den Iran.

So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf Daten des Informationsdienstleisters Vortexa, dass OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien seine Ölexporte im laufenden Monat auf den höchsten Stand seit April 2023 schrauben dürfte, sollten sie auf dem bisher erreichten Niveau von 7,3 Mio. B/T bleiben (Stand: 24. Februar). Davon abgesehen waren die Exportmengen von Irak, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen laut Tankertracking-Daten im Zeitraum von 1. bis 24. Februar mit rund 8,82 Mio. B/T etwa 600.000 B/T höher gewesen sein als noch im Vergleichszeitraum des Vormonats (wobei jedoch die Ausfuhren Kuwaits leicht gesunken sein sollen).

Der heutige Donnerstag dürfte ganz im Zeichen der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf stehen. Dort will die iranische Delegation der amerikanischen heute über Vermittler die Punkte präsentieren, bei denen Teheran Washington im Hinblick auf sein Atomprogramm entgegenkommen würde.

Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING Groep NV in Singapur geht davon aus, dass die Marktteilnehmer derzeit bei Rohöl noch einen geopolitischen Risikoaufschlag von bis zu 10 US-Dollar pro Barrel einpreisen. Seiner Meinung nach werden die Ergebnisse der heutigen Verhandlungen in Genf "die Ölpreisentwicklung maßgeblich beeinflussen", sodass im Vorfeld eher mit Zurückhaltung zu rechnen sei. Bei der ING ist man allerdings auch der Ansicht, dass der Markt nicht sofort in die Vollen gehen wird, sollten die Gespräche scheitern, sondern erst einmal abwarten dürfte, "bis das Ausmaß potenzieller US-Maßnahmen gegen den Iran deutlicher wird."

Nach Einschätzung des Analysten Toshitaka Tazawa von Fujitomi Securities dürfte der Preis der US-Rohölsorte WTI im Falle einer militärischen Auseinandersetzung vorübergehend auf über 70 US-Dollar pro Barrel steigen. Sofern die USA nur eine begrenzte Anzahl an Zielen ins Visier nehmen und der Militärschlag von kurzer Dauer sei, sollte der Preis von WTI laut Tazawa jedoch wieder in den Bereich von 60 bis 65 US-Dollar zurückfallen.

Eine große Unbekannte in der Gleichung bleibt allerdings die Reaktion Teherans auf einen US-Militärschlag. Dabei steht vor allem die Blockade der Straße von Hormus im Vordergrund, auf die sich viele Produzenten in der Region offenbar bereits vorbereiten. Die Frage ist zudem, wie die OPEC+ auf einen militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran und daraus möglicherweise entstehende Angebotsausfälle reagieren würde. Die nächste Sitzung der Allianz, bei der die Produktionsstrategie für April abgestimmt werden wird, findet am Sonntag statt.

Die Versorgungslage in den USA wurde durch die Geopolitik zuletzt in den Hintergrund gedrängt, wobei Schneestürme und Kältewellen in den vergangenen Wochen jenseits des Atlantiks ohnehin für Ausnahmesituationen gesorgt hatten. Wie stark diese die Preise noch beeinflussen werden, dürfte nicht zuletzt auch davon abhängen, wie lange sie nachwirken.

25. Februar 2026

US-Rohölvorräte laut API beträchtlich gestiegen

Das API meldete Dienstagnacht für die Woche zum 20. Februar einen wesentlich stärkeren Anstieg der landesweiten Rohölvorräte der USA, als es die Analysten prognostizieren. Auch die Abbauten bei den Destillat- und Benzinbeständen dürften dem Interessenverband zufolge stärker ausgefallen sein als erwartet.

Die umfangreichen Bestandsaufbauten bei Rohöl, die der API-Bericht von gestern enthält, könnten durch die Kombination aus steigenden Netto-Rohölimporten und einer weiteren Erholung der US-Rohölproduktion von dem wetterbedingten Einbruch Ende Januar entstanden sein. Vor allem der Anstieg der Rohölexporte hatte in der Woche zum 13. Februar für einen deutlichen Rückgang der Netto-Importe geführt. Sollten die Rohölexporte in der vergangenen Woche wieder nachgegeben haben, könnte dies zusammen mit höheren Importen zu höheren Netto-Importen geführt haben.

Die Rohölpreise an den Ölbörsen gaben am Dienstag leicht nach, blieben dabei allerdings weit oberhalb der Tiefs von letzter Woche. Am Markt ist man gespannt auf die nächste Runde der indirekten Verhandlungen zwischen den USA und Iran, die am morgigen Donnerstag in Genf stattfinden soll. So ganz überzeugt scheint man allerdings nicht zu sein, dass es zu einer Einigung kommen wird, vielmehr sind die Marktteilnehmer besorgt über das enorme Militäraufgebot, das die USA mittlerweile im Nahen Osten positioniert haben, sowie Militärübungen der Iranischen Revolutionsgarden.

Nachdem ein Bericht der US-Tageszeitung Washington Post über weitere Entsendungen von amerikanischen Streitkräften in die Region nach der jüngsten Runde an Verhandlungen gestern die Ölfutures zeitweise ebenso gestützt hatte wie die Meldung über eine hybride Militärübung der Iranischen Revolutionsgarden im Süden Irans und auf den Inseln im Persischen Golf, hatte US-Präsident Trump in seiner Rede zur Lage der Nation vor dem Kongress am Dienstagabend keine weiteren Aussagen dazu gemacht, was er im Hinblick auf den Iran vorhat. Stattdessen betonte er nur, dass Teheran auf keinen Fall dazu im Stande sein dürfe, eine Atombombe zu bauen.

Auch im Hinblick auf die Ukraine-Friedensverhandlungen hielt sich Trump bedeckt, was wohl nicht verwunderlich ist, bedenkt man, dass er zu Beginn seiner aktuellen Amtszeit noch getönt hatte, innerhalb von 24 Stunden für ein Ende des Kriegs zu sorgen. Stattdessen hatte er den beiden Kriegsparteien zuletzt bis Juni gegeben, um ein Friedensabkommen abzuschließen. Derweil wird das russische Ölangebot weiterhin durch die Sanktionen des Westens eingeschränkt, wobei das Vereinigte Königreich gestern noch einmal umfangreiche Sanktionen verhängt haben, wohingegen sich die EU-Länder nicht auf ein weiteres Sanktionspaket einigen konnten.

Noch bevor die Gespräche zwischen den USA und dem Iran in die nächste Runde gehen, stehen heute Nachmittag die offiziellen Ölbestandsdaten des US-Energieministeriums für die Woche zum 20. Februar auf der Agenda. Das API hatte in seinen Bestandsschätzungen gestern einen signifikanten Anstieg der landesweiten Rohölvorräte gemeldet, wohingegen die Benzin- und Dieselvorräte abgenommen haben sollen. Sollte das DOE die umfangreichen Aufbauten bei Rohöl bestätigen, dürfte dies die Ölfutures noch einmal unter Druck setzen, wobei sich die Verluste vor den USA/Iran-Verhandlungen letzten Endes in Grenzen halten sollten, zumal die Trader bereits gespannt sein dürften, wie sich der jüngste Schneesturm im Nordosten der USA auf die Versorgungslage jenseits des Atlantiks auswirkt. Dies werden jedoch erst die Daten zeigen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

24. Februar 2026

USA/Iran: Trump hält Drohkulisse aufrecht

Donald Trump hat Berichte zurückgewiesen, wonach das US-Verteidigungsministerium Bedenken hinsichtlich einer möglichen längeren Militärkampagne gegen den Iran geäußert habe. Zugleich bekräftigte der US-Präsident am Montag, dass er weiterhin eine diplomatische Einigung bevorzuge.

„Alles, was über einen möglichen Krieg mit dem Iran geschrieben wurde, ist falsch und wurde absichtlich so dargestellt“, erklärte Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien. „Ich treffe die Entscheidung. Ich würde lieber eine Einigung erzielen als keine. Aber wenn wir keine Einigung erreichen, wird es ein sehr schlechter Tag für dieses Land und leider auch für seine Menschen.“

Nachdem Brent und WTI gestern neue 8-Monatshochs markiert hatten, bleiben die Ölfutures auch heute auf hohem Niveau. Die Marktteilnehmer bewerten dabei weiterhin die geopolitischen Risiken im Vorfeld einer weiteren Runde von Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran, während zugleich Unsicherheiten in der US-Handelspolitik die allgemeinen Sorgen verstärken.

„Derzeit treiben eindeutig geopolitische Faktoren die Ölpreise an, wobei das aktuelle hohe Niveau eher auf Erwartungen als auf tatsächliche Lieferausfälle zurückzuführen ist“, erklärt Priyanka Sachdeva, Marktanalystin bei Phillip Nova. „Das Risiko einer möglichen militärischen Eskalation im Nahen Osten gewinnt an Bedeutung, weshalb sich Händler offenbar gegen Worst-Case-Szenarien absichern.“

Die Verhandlungen über ein Atomabkommen sollen am Donnerstag in Genf wieder aufgenommen werden. Erwartet wird, dass Trumps Sondergesandter Steve Witkoff sowie sein Schwiegersohn Jared Kushner erneut indirekt mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi konferieren.

Befürchtungen über die möglichen Folgen eines US-Angriffs auf den Iran haben die Ölfutures in diesem Jahr - trotz der Erwartungen eines weltweiten Überangebots – nach oben getrieben. Die USA haben ihre Militärpräsenz im Nahen Osten zuletzt massiv verstärkt. Zudem ordnete das Außenministerium am Montag die Evakuierung nicht zwingend benötigter Mitarbeiter der US-Botschaft in Beirut an und verstärkte damit die Angst vor einem bevorstehenden Angriff.

„Die Ölmärkte verharren in einer Wartestellung, bis es neue Entwicklungen in der Iran-Frage gibt, wobei mögliche deeskalierende Signale mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden“, kommentiert Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee. Der militärische Aufbau der USA habe einen Risikoaufschlag von rund 10 Dollar pro Barrel auf die Preise verursacht, so Kavonic.

Gedanken über die Preisentwicklung macht sich auch Ölmarktstratege Tony Sycamore von der IG. Er sieht Rohöl weiterhin in der durchschnittlichen Handelsspanne von 55 Dollar bis 66,50 Dollar, die schon die letzten 6 Monate geprägt habe. „Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde den Weg für weitere Anstiege in Richtung 70 bis 72 Dollar ebnen. Anzeichen einer Deeskalation hingegen dürften eine Korrektur in Richtung 61 Dollar nach sich ziehen“, so Sycamore.

In Sachen Handelspolitik herrscht unterdessen weiter Verunsicherung. US-Präsident Trump warnte am Montag davor, die zuletzt ausgehandelte Handelsabkommen mit den USA infrage zu stellen, nachdem der Oberste Gerichtshof seine Notfallzölle gekippt hatte. Er werde sonst mit noch höheren Zöllen reagieren. Zuvor hatte der EU-Parlament die Umsetzung des Zollabkommens mit den USA auf Eis gelegt.

„US-Präsident Donald Trump hat mit einer neuen Runde von Zollerhöhungen Unsicherheit für das globale Wachstum und die Kraftstoffnachfrage geschaffen“, heißt es von den Analysten der UOB Bank. Da die konjunkturelle Entwicklung eng mit dem Bedarf nach Öl verknüpft ist, belasten die jüngsten Zoll-Verwerfungen die Ölpreisentwicklung auf lange Sicht. Kurzfristig verhindert aber auch hier die erhöhte Unsicherheit am Markt stärkere Abwärtsbewegungen.

23. Februar 2026

USA/Iran: Atomgespräche sollen am Donnerstag weiter gehen

Die USA und der Iran wollen am Donnerstag ihre Atomgespräche in Genf wieder aufnehmen, wie der omanische Außenminister am Wochenende auf X erklärte. Irans Außenminister Abbas Araghtschi zeigte sich offen für eine diplomatische Lösung, sagte aber auch, dass sich Teheran durch einen militärischen Aufmarsch der USA nicht unter Druck setzen lasse.

Aus Insiderkreisen hieß es, Teheran sei in Sachen Atomprogramm zu Zugeständnissen bereit. Im Gegenzug müssten aber die bestehenden Sanktionen aufgehoben und Irans grundsätzliches Recht auf Urananreicherung anerkannt werden. Die USA fordern hingegen einen kompletten Stopp des iranischen Atomprogramms und ein Ende jeglicher Urananreicherung. Die Wahrscheinlichkeit, dass es also am Donnerstag tatsächlich zu einer Einigung oder zumindest zu einer deutlichen Annäherung kommt, bleibt somit gering.

Zum Start in die neue Woche geben die Notierungen an ICE und NYMEX ein gutes Stück nach. Während die in dieser Woche geplanten Gespräche zwischen Teheran und Washington die Risikoprämie etwas verringern, sorgen Donald Trumps neue Zoll-Eskapaden für Verunsicherung und Preisdruck.

Dabei bleiben die Spannungen am Persischen Golf hoch, denn von einer Einigung kann wohl noch lange nicht die Rede sein. Zwar zeigte sich der iranische Außenminister am Wochenende zuversichtlich, dass eine diplomatische Lösung greifbar sei, doch bleiben die Positionen in zentralen Fragen (etwa bei der grundsätzlichen Erlaubnis, Uran anreichern zu dürfen) komplett entgegengesetzt.

Entsprechend bleibt die militärische Drohkulisse aufrecht und die Gefahr eines Militärschlages, mit dem die Trump-Administration in den letzten Wochen immer wieder gedroht hatte, durchaus im Rahmen des Möglichen. „Brent enthält mindestens 10 Dollar Iran-Risikoprämie“, kommentiert Vandana Hari von Vanda Insights die aktuelle Preisentwicklung. „Solange die Drohung möglicher US-Schläge über den diplomatischen Bemühungen schwebt und die in der Region stationierte US-Marinepräsenz als ständige Mahnung wirkt, ist ein deutlicher Preisrückgang schwer vorstellbar“, so die Expertin.

Und auch Haris Khurshid von Karobaar Capital betont die Verwundbarkeit des Marktes. So lange es nur bei Schlagzeilen bleibe, könne der Markt diese verkraften, anders sehe es jedoch bei realen Angebotsausfällen aus. Sollten iranische Exporte beeinträchtigt werden oder es zu glaubwürdigen Störungen in der Straße von Hormus kommen, könne Rohöl rasch wieder teurer werden, vermutet der Analyst.

Durch die Straße von Hormus, eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel, werden täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Fast alle Produzenten am Persischen Golf sind auf die Wasserstraße angewiesen, so dass schon eine teilweise Störung des Verkehrs – ohne vollständige Blockade – erhebliche Auswirkungen auf die globalen Ölmärkte haben könnte.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs geht unterdessen davon aus, dass der Ölmarkt 2026 im Überschuss bleiben wird – vorausgesetzt, es kommt nicht zu längerfristigen Iranbedingten Lieferausfällen. Zugleich hob die Bank ihre Preisprognosen für Brent und WTI im vierten Quartal 2026 um jeweils 6 Dollar auf 60 beziehungsweise 56 Dollar je Barrel an. Begründet wurde dies mit niedrigeren Lagerbeständen in den OECD-Staaten.

Trotz der geopolitischen Risiken hat sich der sogenannte Time-Spread bei Brent, also die Differenz zwischen dem Frontmonatskontrakt und dem Folgemonat, zuletzt verengt. Am Montag lag sie bei 0,42 Dollar pro Barrel, nachdem sie Ende Januar noch über 1,00 Dollar notiert hatte. Die Terminstruktur befindet sich jedoch auch weiterhin in einer als bullish interpretierten Backwardation.

Zusätzlicher Druck auf die Preise kommt heute von der Zollpolitik aus Washington. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Zoll-Erlässe der Regierung aus dem letzten Jahr gekippt hatte, erklärte Präsident Trump am Wochenende neue Strafzölle in Höhe von 15% und berief sich dabei auf ein Gesetz aus den 70ern, dass ihm ein solches Vorgehen zumindest temporär erlaubt.

Das Hin und Her verunsichert Anleger und Marktteilnehmer weltweit, da die Verwerfungen im internationalen Handel, die durch Trumps Zoll-Eskapaden ausgelöst werden, die Konjunkturentwicklung belasten. Tony Sycamore, Analyst bei IG Markets, stellt fest, dass die jüngsten Zollnachrichten zu einer erhöhten Risikoaversion geführt hätten, die sich unter anderem in steigenden Goldpreisen und schwächeren US-Aktienfutures widerspiegelten. Dies belaste derzeit auch die Rohölpreise.

In den USA macht man sich unterdessen auf den nächsten Wintersturm bereit. Dieser dürfte diesmal aber vor allem die Ostküste betreffen, so dass sich die Auswirkungen auf die Ölförderung und die Raffinerietätigkeit, die eher im Süden und Mittleren Westen angesiedelt ist, gering bleiben dürfte. Stattdessen kann mit einem Anstieg der Nachfrage nach Mitteldestillaten wie Heizöl und Diesel gerechnet werden, der sich in den kommenden Wochen in den US-Bestandsdaten niederschlagen dürfte.

20. Februar 2026

Trump stellt Iran Ultimatum von 15 Tagen

Donald Trump hat dem Iran am Donnerstag ein Ultimatum im Streit um dessen Atomprogramm gestellt. Teheran müsse innerhalb von zehn bis maximal 15 Tagen ein Abkommen vorlegen, andernfalls drohten sehr schlimme Dinge, sagte der US-Präsident gestern Abend in Washington. Aus Teheran kam umgehend die Warnung, im Falle eines Angriffs US-Stützpunkte in der Region ins Visier zu nehmen.
Bei einem Treffen seines sogenannten Board of Peace verwies Trump auf die im Juni 2025 durchgeführten US-Luftangriffe. Das nukleare Potenzial Irans sei dabei dezimiert worden. Man könne „einen Schritt weiter gehen oder auch nicht, sagte der Präsident. Innerhalb der nächsten wahrscheinlich 10 Tage werde sich zeigen, wie es weitergehe. Später präzisierte er an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, 10 bis 15 Tage seien ziemlich das Maximum.
Konkrete Angaben zu möglichen Massnahmen machte Trump nicht. Er bekräftigte jedoch seine Drohung und betonte, der Iran werde auf die eine oder andere Weise eine Vereinbarung schliessen müssen. Der Iran reagierte umgehend und erklärte in einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres, man werde entschlossen und verhältnismässig im Rahmen seines Selbstverteidigungsrechts reagieren.
Das Säbelrasseln zwischen Washington und Teheran wird damit noch einmal lauter und die Gefahr von militärischen Auseinandersetzungen in der Region grösser. Entsprechend steigt auch die Risikoprämie an den Ölbörsen erneut, denn jede Eskalation in der Region birgt die Gefahr von Angebotsausfällen sei es im Iran selbst oder auch durch mögliche Blockaden der Strasse von Hormus, die die gesamten Ölexporte aus der Region um den Persischen Golf und damit etwa ein Fünftel des täglichen globalen Ölbedarfs betreffen würde.

Die Ölpreise bleiben auch am Freitag im Aufwind und steuern auf ihren ersten Wochengewinn seit drei Wochen zu. Hintergrund sind die wachsenden Sorgen über eine mögliche Eskalation zwischen den USA und Iran. Donald Trump hatte Teheran gestern erneut mit Konsequenzen gedroht, sollte binnen der nächsten Tage keine Einigung über das iranische Atomprogramm erzielt werden.
Schon gestern Abend waren die Notierungen deshalb auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen. US-Präsident Donald Trump hatte mit sehr schlimmen Dingen gedroht, falls der Iran nicht binnen 10 bis 15 Tagen einer Vereinbarung zustimme. Teheran betont immer wieder, sein Atomprogramm diene ausschliesslich friedlichen Zwecken, während die USA militärische Ambitionen vermuten.
Die Rohölpreise haben ein Sechsmonatshoch erreicht, da die Sorge vor möglichen Lieferausfällen an der Strasse von Hormus die Märkte in Alarmbereitschaft versetzt, kommentiert Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova. Nach dem Scheitern mehrerer Gesprächsrunden zwischen Washington und Teheran habe sich der Fokus der Märkte klar auf die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten verlagert.
Durch die Strasse von Hormus an Irans Südküste werden täglich rund 20% der weltweiten Ölversorgung transportiert. Ein Konflikt in der Region könnte das Angebot auf dem Weltmarkt erheblich einschränken und die Preise weiter in die Höhe treiben. Sachdeva weist aber auch darauf hin, dass unter Investoren die Meinungen auseinander gehen, ob es tatsächlich zu militärischen Interventionen und damit zu Unterbrechungen der Lieferketten kommen werde.
Sicher ist, dass die USA zuletzt ihre Militärpräsenz in der Region massiv erhöht haben. Laut Beobachtern handelt es sich um die stärkste Aufrüstung im Nahen Osten seit 2003, dem Jahr des zweiten Irakkriegs. Laut Marktanalyst Robert Rennie von Westpac bleibt ein Kriegsausbruch allerdings eher unwahrscheinlich. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Trump vor allem den Druck erhöht, statt unmittelbar militärisch zu handeln, so der Experte.
Am Ölmarkt bleibt die Risikoprämie dennoch erhöht und bearishe Faktoren treten in den Hintergrund. So haben die geopolitischen Entwicklungen aktuell auch die Unsicherheiten über den weiteren Kurs der Fed Zinspolitik zurück gedrängt. Hier hatte das FOMC Sitzungsprotokoll Mitte der Woche gezeigt, dass die Zinsen in den USA wahrscheinlich stabil bleiben werden oder bei anhaltend hoher Inflation sogar weiter steigen könnten. Höhere Zinsen gelten in der Regel als dämpfend für die Ölnachfrage.

19. Februar 2026

Hohe Risikoprämie: USA und Iran halten Drohkulisse aufrecht

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran bleiben hoch, obwohl die letzte Gesprächsrunde wie üblich als „konstruktiv“ bezeichnet wurde. Weitere Verhandlungen sollen folgen, doch bis dahin drohen beide Seiten weiter mit militärischen Interventionen. So hieß es gestern, dass sich das US-Militär auf eine wochenlange Operation vorbereite, an der sich auch Israel beteiligen könnte.

So berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf Insider, die Trump-Regierung sei kurz vor einem „großen Krieg“ im Nahen Osten, der „sehr bald“ beginnen könnte. Demnach sei Donald Trump bereit, „den Abzug zu drücken“, sollten die Verhandlungen mit dem Iran scheitern. Zuletzt hieß es von US-Vizepräsident JD Vance, dass der Iran „rote Linien“, die Washington vorgegeben habe, nicht akzeptieren würde (18.02.2026 US-Vizepräsident: US-Militärschlag gegen Iran noch nicht vom Tisch).

Nachdem die Rohölpreise gestern den stärksten Tagesanstieg seit Oktober verzeichnet hatten, stabilisieren sie sich heute auf hohem Niveau. Hintergrund für den Anstieg bleiben die Spannungen um den Iran, wo zwar die Gespräche zwischen Washington und Teheran weitergehen sollen, gleichzeitig aber auch die Militäraktivitäten auf beiden Seiten zunehmen.

So scheint man in den USA laut Bericht des Nachrichtenportals Axios durchaus auf eine Militäraktion vorbereitet zu sein, die laut Insidern zu einer mehrere Wochen dauernden Kampagne werden könnte. Die Regierung in Israel dränge demnach auf einen Regimewechsel in der Islamischen Republik und würde sich deshalb offenbar an entsprechenden Angriffen beteiligen. Washington hatte zuletzt eher auf Kooperation mit der bestehenden Regierung im Iran gesetzt.

Die bisherigen Gespräche, bei denen es vor allem um das iranische Atomprogramm ging, hatten keine echten Ergebnisse gebracht, obwohl es aus Teheran hieß, man habe mit Washington eine „grundsätzliche Einigung“ über die Bedingungen eines möglichen Atomabkommens erzielt. Ein US-Vertreter teilte mit, die iranischen Unterhändler wollten in zwei Wochen mit einem neuen Vorschlag nach Genf zurückkehren.

Dennoch bleiben die Spannungen in der Region hoch und die Drohkulisse real. Helima Croft von RBC Capitals warnt, das Scheitern bei zentralen Streitpunkten erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer erneuten militärischen Konfrontation. Auch Experten der ANZ sehen Risiken für den Ölmarkt: Eine weitere Eskalation könnte den Schiffsverkehr in der Straße von Straße von Hormus beeinträchtigen. Rund 20 % des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Meerenge transportiert.

„Die Spannungen zwischen Washington und Teheran bleiben hoch, doch die vorherrschende Einschätzung ist, dass ein umfassender bewaffneter Konflikt unwahrscheinlich ist, was eine abwartende Haltung begünstigt“, zeigt sich Hiroyuki Kikukawa von Nissan Securities etwas optimistischer. US-Präsident Donald Trump wolle keinen starken Anstieg der Rohölpreise; selbst im Falle militärischer Maßnahmen sei eher mit begrenzten, kurzfristigen Luftschlägen zu rechnen, so der Experte.

Unterdessen endeten die zweitägigen Friedensgespräche in Genf zwischen der Ukraine und Russland ohne Durchbruch. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau erneut vor, die von den USA vermittelten Bemühungen zur Beendigung des seit vier Jahren andauernden Krieges zu verzögern. Der Vorwurf ist nicht neu und zeigt, dass sich Gespräche offenbar kaum vorwärts kommen und sich eher im Kreis drehen.

Kurzfristig wartet man am Ölmarkt heute noch auf die DOE-Bestandsdaten, die aber wegen des President’s Day am Montag mit Verspätung erscheinen. So werden die offiziellen Daten des US-Energieministeriums erst heute am frühen Abend erscheinen. Sollten sie den bullishen Ton der API-Daten von gestern bestätigen, könnte es noch einmal zu einem Preisanstieg an den Börsen kommen.

18. Februar 2026

USA droht erneut mit Ausstieg aus IEA

Die Energieminister zahlreicher Nationen werden heute und morgen in Paris zum Treffen der IEA-Mitglieder auf Ministerebene zusammenkommen, das alle zwei Jahre stattfindet. Kurz zuvor drohte die US Regierung erneut damit, aus der IEA auszusteigen.
Die Behörde war im Zuge der Ölkrise der 1970er Jahre ins Leben gerufen worden, um für Energiesicherheit zu sorgen. In der jüngsten Vergangenheit war die IEA allerdings immer wieder dafür kritisiert worden - beispielsweise von der OPEC oder der Trump Regierung, dass sie in langfristigen Prognosen ein Ende des Ölnachfragewachstums (Peak Oil Demand) ankündigte und dabei eine stärkere Ausrichtung des Marktes hin zu erneuerbaren Energien einkalkulierte.
Dies passte Donald Trump bereits in seiner ersten Amtszeit als Präsident nicht und auch jetzt ist die IEA dem US Präsidenten und seiner Regierung offenbar nicht genügend pro Öl, sodass weiterhin ein Austritt der USA aus der Behörde zur Debatte steht. Wir sind definitiv nicht zufrieden, sagte US Energieminister Chris Wright selbst einst CEO eines Ölunternehmens am gestrigen Dienstag daher im Rahmen einer Veranstaltung, die vom Französischen Institut für Internationale Beziehungen ausgerichtet wurde. Der Minister forderte Reformen von der IEA, andernfalls könnten die USA kein langfristiges Mitglied bleiben. Wenn sie [die IEA] wieder das wird, was sie früher einmal war eine hervorragende internationale Agentur zur Datenerfassung, die sich mit kritischen Mineralien befasste und sich auf grosse Energiefragen konzentrierte dann sind wir voll dabei, so Wright. Würde die IEA allerdings weiter darauf bestehen, dass sie so stark vom Thema Klima dominiert und durchdrungen ist ja, dann sind wir raus.
Ein Ausstieg der USA aus der IEA würde auch bedeuten, dass für die Behörde der Teil wegfällt, den die Vereinigten Staaten bislang zum Budget der Behörde beigetragen haben. Mit etwa 6 Millionen Dollar wären dies etwa 14 % des jährlichen Budgets.

Die Preise an den Ölbörsen machten am gestrigen Dienstag eine Achterbahnfahrt durch, die grösstenteils von geopolitischen Faktoren getrieben war. Das Hauptaugenmerk galt dabei dem Iran.
Nachdem Meldungen aus der Islamischen Republik über eine mehrstündige Sperrung der Strasse von Hormus die Preise zunächst hatten steigen lassen, führten die offenbar konstruktiven wenn auch immer noch indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Genf am Nachmittag zu einem Preisrutsch.
Dass konstruktiv ein dehnbarer Begriff ist, haben die vergangenen Atomverhandlungen mit dem Iran jedoch schon des Öfteren gezeigt. So geht auch die Marktbeobachterin Sugandha Sachdeva vom Forschungsunternehmen SS WealthStreet davon aus, dass eine endgültige Einigung noch in weiter Ferne (ist) und die Märkte hinsichtlich der Nachhaltigkeit der diplomatischen Dynamik vorsichtig bleiben.
Die Frage ist nun, ob das Säbelrasseln der beiden Parteien nachlässt, oder ob es weitergeht und damit auch das Risiko birgt, dass es doch noch zu einer Eskalation sprich einem US Militärschlag gegen iranische Anlagen kommt. Dabei werden die Marktteilnehmer auch weiterhin ein Auge auf die Strasse von Hormus haben, die mit einem täglichen Öltransit von rund 21 Mio. Barrel ein wichtiges Nadelöhr für den internationalen Ölhandel darstellt. Zwar ist angesichts der geplanten Fortsetzung der Verhandlungen zwischen den USA und Iran unwahrscheinlich, dass der Iran die Meerenge tatsächlich offiziell blockiert, allerdings könnte Teheran mit der ein oder anderen Militärübung in dem Gebiet durchaus für weitere bullishe Impulse sorgen.
Was der erste Tag der aktuellen Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA gestern brachte, dazu gibt es bislang wenig Konkretes. Laut Rustem Umjerow, dem Verhandlungsführer der Ukraine soll es einen politischen und einen militärischen Themenblock gegeben haben, wobei einzelne Gruppen nach einem gemeinsamen Gesprächsteil praktische Fragen und Mechanismen möglicher Lösungen erörtert haben sollen. Die Gespräche werden heute (ebenfalls in Genf) fortgesetzt.
Nach Handelsschluss in Europa könnten heute auch noch die wöchentlichen Ölbestandsschätzungen des API für neue Impulse sorgen. Aufgrund des US-Feiertags am Montag (Präsidents' Day) erscheinen diese erst heute um 22:30 Uhr, bevor der offizielle Bericht des DOE für die Woche zum 13. Februar am morgigen Donnerstag um 18:00 Uhr fällig ist. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters gingen die Befragten Analysten im Schnitt davon aus, dass die landesweiten Rohölvorräte der USA vergangene Woche um 2,3 Mio. Barrel zunahmen. Die Bestände an Benzin und Diesel sollen dagegen gesunken sein.
Aktuell notieren die Ölfutures an ICE und NYMEX deutlich oberhalb der Vortagestiefs, wobei bis zu den Hochs von gestern ebenfalls noch Luft ist. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich rein rechnerisch aktuell im Vergleich zu gestern aber größtenteils noch Potenzial für

17. Februar 2026

Citi rechnet im Sommer mit sinkendem Brent-Preis

Im schweizerischen Genf gehen heute sowohl die US/Iran-Verhandlungen, als auch die Gespräche über ein Ende des Kriegs in der Ukraine in die nächste Runde. Nach Einschätzung der Citi Bank könnte der Druck, den US-Präsident Trump aufbaut, um bei beiden Verhandlungen für Ergebnisse zu sorgen, die Ölpreise in naher Zukunft erst einmal weiterhin stützen. Spätestens im Sommer könnte sich dies jedoch ändern.

"Wir gehen in unserem Basisszenario davon aus, dass sowohl ein Iran- als auch ein Russland-Ukraine-Abkommen bis zu oder in diesem Sommer zustande kommen, was bei Brent zu einem Rückgang der Preise auf 60-62 Dollar pro Barrel (...) führen wird", so die Analysten der Bank, die außerdem prognostizieren, dass die Preisdifferenzen zu Diesel und Benzin, die mehr oder weniger den Gewinnmargen der Raffinerien für die Herstellung der beiden Kraftstoffe entspricht, auf 5 bis 10 Dollar pro Barrel sinken dürften.

Die Preise der Rohölkontrakte an ICE und NYMEX legten im gestrigen Tagesverlauf zu, obwohl der Handel aufgrund der vielerorts gegebenen Feiertage recht ausgedünnt war. So bleibt abzuwarten, ob sich Brent und WTI heute oberhalb der GD 7 halten können, über die sie im gestrigen Tagesverlauf geklettert waren.
Der Dienstag steht nun erst einmal ganz im Zeichen von Verhandlungen, wobei die Marktteilnehmer ihren Blick gen Genf richten werden, wo heute die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie auch die Ukraine-Friedensgespräche fortgesetzt werden. Da man sich von Letzteren wenig Fortschritte verspricht, stehen besonders die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran im Mittelpunkt.
"Die Marktstimmung ist eng mit dem Ton und dem Fortschritt dieser Verhandlungen verknüpft (…) was zu einer anhaltenden geopolitischen Risikoprämie in den Preisen führt", erklärt Sugandha Sachdeva, Gründerin von SS WealthStreet, einem in Neu-Delhi ansässigen Forschungsunternehmen. Die Tatsache, dass die Iranischen Revolutionsgarden am gestrigen Mon-tag Militärübungen in der Straße von Hormus begannen, trug zu dieser Risikoprämie bei. Denn auch nur die geringste Möglichkeit, dass die für den internationalen Ölhandel extrem wichtige Passage blockiert werden könnte, lässt bei den Marktteilnehmern die Sorgen über Angebotsausfälle wieder in die Höhe schnellen.
"Der Markt bleibt aufgrund geopolitischer Ungewissheiten verunsichert", meinen auch die Analysten der ANZ Group Holdings Ltd. Brian Martin Und Daniel Hynes "Wenn die Spannungen im Nahen Osten nachlassen oder im Ukraine-Konflikt bedeutende Fortschritte erzielt werden, könnte die derzeit in den Ölpreisen eingepreiste Risikoprämie rasch verschwinden“, hieß es in einer Mitteilung.
Bei der Citi Bank geht man derweil davon aus, dass der Brent-Preis in den nächsten Monaten in einer Spanne von 65 bis 70 Dollar bleiben könnte, sollten die Beschränkungen für das russische Ölangebot fortdauern. In dem Fall würde die OPEC+ aber nach Einschätzung der Analysten ihre Reservekapazitäten anzapfen und das Angebot erhöhen.
Wie sich das Ölangebot in den USA in der vergangenen Woche entwickelt hat, werden die Trader aufgrund des gestrigen Feiertags in den USA diese Woche einen Tag später als üblich er-fahren. So wird das API seine Bestandsschätzungen für die Woche zum 13. Februar erst am Mittwoch um 22:30 Uhr veröffentlichen, bevor am Donnerstag um 18 Uhr der offizielle Bestandsbericht des DOE erscheint.

bottom of page